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Pimp Ya Ride Hanoi

buebo | Oktober 1, 2007 12:15

Reise, Reise – Nun aus Hanoi

buebo | September 18, 2007 13:41

In ganz SO-Asien sind die Vietnamesen bekannt als kleinkriminell, geizig und unglaublich Geldgierig. Sie sind fast noch unbeliebter als die Chinesen, was nicht einfach ist. Hier in Hanoi, wo wir sogar in der Strasse zehn Minuten hart feilschen muessen um den korrekten Preis fuer eine Flasche Wasser zu bekommen und wo wir tatsaechlich vierzig Minuten von einem Hotel-Schlepper verfolgt werden, den wir teilweise “Go Away” und deutsche Beleidigungen zurufen, erscheint mir das Vorurteil recht glaubwuerdig.

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By the old Moulmein Pagoda, lookin’ lazy at the sea,
There’s a Burma girl a-settin’, and I know she thinks o’ me;
For the wind is in the palm-trees, and the temple-bells they say;
Come you back, you British Soldier; come you back to Mandalay!
Come you back to Mandalay,

Where the old Flotilla lay;
Can’t you ‘ear their paddles clunkin’ from Rangoon to Mandalay?
On the road to Mandalay,
Where the flyin’-fishes play,
An’ the dawn comes up like thunder outer China ‘crost the Bay!

Mandalay, ein bisschen der Grund warum ich ueberhaupt nach Myanmar gekommen bin. Ich weiss nicht warum. Den Robbie Williams Song kenne ich nicht, das Gedicht von Kippling auch nicht und konkret etwas unter dem Namen vorstellen konnte ich mir auch noch nie. Trotzdem war mein erster Gedanke, als sich die Reise nach Myanmar langsam abzeichnete: “Du kannst nach Mandalay fahren”. Ich konnte mir keine exotischere Stadt vorstellen.

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Nach der Busfahrt sacke ich ziemlich erschoepft im Hotelzimmer zusammen und versuche erstmal zu schlafen, leider immer wieder unterbrochen von Stromausfaellen. Unser Guesthouse-Besitzer hatte uns schon gewarnt das immer wieder der Strom ausfallen wuerde. Das ich mir erstmal im Dunkeln mein Bein am Bett anhaue und weder Ventilator noch Klima-Anlage funktionieren finde ich weniger schlimm. Nur jedes Mal wenn der Strom wieder angeht springt die Anlage mit einem asthmatischen Roecheln und Husten an, das mich zuverlaessiger als jeder Wecker aus dem Schlaf holt.

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Wir – das sind immer noch Vroni, Sven und meine Wenigkeit – beschliessen von Yangon den Bus nach Pyay zu nehmen, das ungefaehr auf halber Strecke zwischen Yangon und Bagan liegt. Bagan ist so etwas wie Angkor Wat of Myanmar, also ein Dorf rund um ein Haufen Tempel, aber leider 18 knallharte Bus-Stunden von Yangon entfernt. Pyay liegt geographisch ziemlich in der Mitte.

Wir lassen uns also von unserem Guesthouse per Taxi fuer gigantische 7000 Kyat zur Bus Station transportieren um dannach fuer 4000 Pro Nase den Bus zu nehmen. Asiatische Preise werde ich wohl dieses Leben nicht mehr verstehen…

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Drei Tage in Yangon

buebo | September 2, 2007 14:27

Wieder mal so ein frueher Air Asia Flug. Ich weiss nicht woran es liegt, aber scheinbar starten Fluege frueher, je guenstiger sie sind. Air Asia ist so ziemlich die guenstigste Flug-Gesellschaft in Thailand also quaele ich mich um halb fuenf Uhr morgens in Bangkok aus dem Bett um nach Yangoon zu fliegen, komme trotzdem noch fast zu spaet und muss schliesslich im Schweinsgallop durch den Flughafen traben. Zum Schluss warte ich natuerlich doch wieder dreissig Minuten vor dem Gate auf den verspaeteten Flug.

Eigentlich sollte ja alles ganz anders laufen. Eigentlich wollte ich ueber Land nach Myanmar reisen. Die Physischen Strapazen des durchschnittlichen Ueberland-Trips in Sued-Ost Asien koennen einen in genau die richtige Stimmung versetzen um ein neues Land kennen zu lernen. Doch kurz vor der Grenze bemerke ich das mir jemand meine Traveller Cheques geklaut hat. Ich frage mich kurz wer daemlich genug ist Traveller Cheques zu klauen, aber 100 Euro in Bar liegen zu lassen. Nun muss ich jedoch nach Bangkok zurueck um neue Cheques abzuholen und will nicht wieder zurueck nach Nord-Thailand. Also sitze ich nun halb im Wachkoma im morgendlichen Air Asia Flug nah Yangoon.

Asiatische Flughaefen werden von den verschiedenste Charakteren bevoelkert. Stoerrische Zollbeamte, zu zuvorkommende Koffertraeger, aufdringliche Taxi-Fahrer und immer – aber auch immer – Schlepper fuer Hotels und Guesthouses. Yangoon ist da keine Ausnahme und so dauert es nicht lange bis mich der erste anspricht ob ich denn schon ein Hotel haette. Eigentlich will ich abwinken, aber sein Laden wird im Reisefuehrer als gut und er macht einen freundlichen Eindruck. Was soll’s? Nicht nur befinde ich mich irgendwo zwischen Schlafwandel und Wachkoma, sondern ich spare mir auch die Verhandlung mit den Taxi-Fahrern. Ich quetsche mich also zusammen mit einer amerikanischen Familie die alles ‘amazing’, ‘wonderfull’ und ‘fantastic’ findet in ein uralten Japanischen Kleinbus und fahre Richtung Yangoon, einer Stadt die sich wirklich als anders herrausstellen soll.

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Achtung Kurven!

Mittlerweile bin ich (Air Asia sei Dank!) in Chiang Mai gelandet, Thailand’s zweit groesster Stadt. Unter Experten, Touristen, Expats und jedem anderen, der einschlaegige Reisefuehrer liest, auch als “Rose des Nordens” bekannt. Die Stadt selbst ist meiner Meinung nach nix besonderes. Natuerlich ein Haufen Tempel, diverse Meditations, Joga, Massage und andere Kurse fuer den angehenden Yogi oder Weltverbesserer. Dazwischen Buerger King, Pizza Hut und der ganze andere Rest, der in jede Thailaendische Grossstadt gehoert.

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Ein Besuch im Morbiditaetenkabinett

buebo | August 22, 2007 7:31

Schaedel

Bangkok ist die Stadt der Tempel, oder Wats, wie sie hier heissen. Jeder Wuerdentraeger der hier etwas auf sich haellt hat mindestens einen bauen Lassen. Es gibt sie in allen Variationen. Neu, mit Buddha wie aus Zuckerguss, Vergoldet und verkitscht oder alt und grau vom Smog in den unwahrscheinlichsten Ecken der Stadt

Ist man durch mit den grossen Tempeln, gibt es immer noch die Kleinen. Jedes Einkaufszentrum, jede Bank und jedes Hochhaus hat seinen eigenen Schrein. Auf den Strassen laufen Sekretaerinnen, Geschaeftsleute oder Djs mit Handys, PDAs oder Notebooks durch die Gegend, schnattern ueber das Neueste auf MTV Asia oder die letzte Buero Party und Opfern fuenf Minuten spaeter den Geistern des MBK Shopping Zentrums Bananen oder Limo und erhoffen sich Glueck davon.

Irgendwann hat man es leid. Tempel, Gottheiten, Buddha und Geister, alles wie aus Zuckerguss und ueberall wo man hinschaut. Zeit sich die duestere Realitaet zurueck in’s Gedaechtniss zu rufen. Nichts ist da so hilfreich wie Mufizierte Massenmoerder und in Formaldehyt eingelegte Babys, nur hat nicht jeder so etwas in der Naehe, in Bangkok aber schon. Also mache ich mich auf in das Siriraj Medical Museum.

Anmerkung: Wer glaubt das er Probleme mit den Fotos von eingelegten Kleinkindern und mumifizierten Massenmoerdern hat, sollte den folgenden Artikel nicht lesen!

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Ich bin immer noch auf Koh Tao und habe mich die letzte Zeit damit vergnuegt den naechsten Tauchschein zu erwerben, denn hier ist immerhin der guenstigste Ort der Welt fuer Tauchscheine.

Gestern sollten meine letzten drei Tauchgaenge stattfinden, zwei davon in einem Tauchrevier, in dem sich auch Haie rumtreiben. Die Spannung und vVorfreude war gross, der Seegang noch groesser, aber mit Haien tauchen ist immerhin etwas, das man noch seinen Enkelkindern (oder auch voellig Fremden in schmierigen Bars) erzaehlen kann. “Wie euer Opa diese zwei Finger verloren hat? Also damals in Thailand…”

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Aus dem Osten nichts Neues

buebo | August 13, 2007 12:06

Alle Welt erwartet hungrig meine neuen Reiseberichte. Druckerpressen weltweit halten, Verleger bekommen Nervenzusammenbrueche und die verzweifelten Briefe begieriger Fans bringen Google Mail zum Zusammenbruch.

Nicht ganz.

Viel Neues gibt es nicht zu berichten, aber trotzdem war ich zu still.

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Ich muss etwas loswerden. Ich stehe hier in Tehran am freien Internet und schaue auf den Sonnenaufgang ueber der Wueste.

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Morgen geht der Flug und so langsam (gaaanz langsam) fange ich darüber zu sinnieren was ich denn wirklich brauche. Das Problem in Asien ist nämlich nicht zu wenig mit zu nehmen und dann plötzlich zu merken das man irgendwas vergessen hat. Das Problem ist nutzloses Gewicht dabei zu haben und vom eigenen Ballast zurück gehalten zu werden.

Den Pauschaltouristen, der nichts weiter zu tun hat, als am Flughafen seinen Koffer zum Bus zu rollen und von da an in einer Sänfte getragen wird, mag das nicht besonders schlimm erscheinen. Ausgebufften Individualtouristen und ‘Old Asia Hands’ wie meiner Wenigkeit ist es aber ein Greuel nutzlosen Ballast durch mehrere Ländern zu schleppen und ihn vielleicht nicht mal wegwerfen zu können weil er teuer war.

Daher nun die Goldenen Regeln des Packens:

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Home again!

buebo | Oktober 10, 2006 8:26

Gestern abend bin ich wieder in Frankfurt angekommen und es ist ein seltsames Gefuehl wieder zu Hause zu sein. Ich habe mich noch nicht wirklich dran gewoehnt und erwarte halb vor der Haustuer ein paar Motorbike-Taxis zu finden mit denen ich zur Uni fahren kann.

Nachts ist es so ruhig das ich Probleme hatte einzuschlafen und ich bin voellig ratlos was ich denn eigentlich den ganzen Tag lang machen soll.

Meine Affaeren in Phnom Penh sind aufgeloest, meinen Freunden habe ich viel Glueck gewuenscht und ich bin einmal mehr nur noch ein Tourist im Fernen Osten, statt ein Mitglied der eingeschworenen Bruderschaft der Expats und wisst ihr was?

Ich geniesse es!

Fliegt man von Deutschland nach Bangkok fuehlt man sich wie in der dritten Welt. Dreckige Strassen, Bettler legen ihre leproesen Koerper quer ueber den Buergersteig, die Luft ist so dick, man braucht eine Kettensaege um sie zu schneiden, der Verkehr besteht aus einem Haufen Irren die nach der Revolution als aller erstes an die Wand gestellt werden sollten und guckt man einmal zu lange in irgendeine Richtung hat man schon eine Nutte im Schos sitzen.

Kommt man von Phnom Penh nach Bangkok merkt man welche Zivilisation man die ganze Zeit vermisst hat. Der Verkehr ist human, man bekommt ueberall ein Taxi, kann alles kaufen was das Herz begehrt (ich bekomme Schuhe in meiner Groesse! In Phnom Penh muesste ich dafuer alte Autoreifen zerschneiden…), man hat Internet bei dem man zwischen dem Laden von zwei Seiten nicht genug Zeit hat einen Kaffee zu trinken, seine Wohnung aufzuraeumen und vielleicht noch ein Jura oder Medizinstudium mit einem Doktorgrad abzuschliessen…

Was die Expats betrifft, das waere nochmal ein anderes Kapitel doch soviel sei gesagt: Phnom Penh zieht eine so seltsame Mischung von Menschen an, wie ich sie selten gesehen habe. Es haengt natuerlich mit der Wild West – oder vielmehr Wild East – Atmosphaere zusammen, die angeblich herrscht. Ich sage angeblich und wuerde mir damit wahrscheinlich schon den Aerger von einigen zuziehen, falls sie diese Zeilen lesen wuerden. De facto ist die Gefahr in Phnom Penh eines gewaltsamen Todes zu sterben (fuer den Westerner) wahrscheinlich winzig im Gegensatz zur Gefahr im Strassenverkehr zu sterben, doch die gemeinschaftliche Gefuehlslage sagt anderes und lange habe ich auch selbst daran geglaubt.

Es stimmt schon, Leben in Phnom Penh ist leicht irrsinnig und oft genug gekennzeichnet von Chaos und Unsicherheit. Ich wurde von Strassenkindern verfolgt, habe einem Paedophilen ins Gesicht geboxt, habe nachts Schuesse vor meiner Haustuer gehoert, bin gewaltsam ausgeraubt und fast von Bussen, Pickups und Lastwagen ueberfahren worden, wurde bestohlen und belogen, aber ich wurde auch mit Waerme und Herzlichkeit empfangen, habe Freunde gefunden und mir Feinde gemacht. Mir wurden Heroin, Gras, Opium, Yama, Ice und mehr andere Drogen angeboten als ich mich erinnern kann und will. Ich habe asiatische und westliche Bordelle gesehen und Menschen, die jede Spur von Zivilisation hinter sich gelassen haben. Messerkaempfe auf der Strasse und Kickboxen in Nuttenbars haben sich vor meinen Augen abgespielt und dasalles ist wahrscheinlich nur ein Bruchteil dessen was sich erleben liesse.

Anders ausgedrueckt es hindert einem nichts und niemand daran alle Regeln der Zivilisation hinter sich zu lassen und es gibt diejenigen die genau das gemacht haben, es sind die jenigen die wohl niemals wieder in einer westlichen Gesellschaft funktionieren koennen und auch in Asien wahrscheinlich nur ueberleben weil sie ausserhalb der asiatischen Gesellschaft lebenund in ihrem Fall hat die Stadt wohl als Katalysator gewirkt. Wenn jemand an nur von der Furcht vor Strafe im Zaum gehalten wird braucht es nur einen Ort ohne Strafe und schon wird die Sozialisation abgestreift wie eine dreckige Unterhose am Waschtag.

Die Stadt ist aber nicht nur eine Einbahnstrasse fuer die Tiere unter uns, in meiner Beobachtung ist es auch eine Sackgasse fuer den Rest von uns – will heissen fuer den Expat, Aussiedler und Abenteurer, allerdings keine Unangenehme. Man kann durchaus ein gutes Leben in Phnom Penh fueren, doch ich habe nie mehr als die folgenden zwei Ergebnisse gesehen.

Einerseits gibt es jene die sich eine mehr oder weniger komfortable, aber statische Luecke schaffen. Letztlich schafft man es sich das eigene Leben zu sichern und findet eine komfortable Nische in der man sich einrichtet. Fuer viele scheint das angenehm zu sein, aber ich bin noch viel zu jung mich zur Ruhe zu setzen und mich damit abzufinden das nichts mehr vorran geht. Ich bin zwar manchmal muede, aber nicht halbtot.

Andererseits gibt es solche die kommen und wieder gehen sobald sie gemacht haben wofuer sie gekommen sind. Es laesst sich fuer eine Zeit mehr als komfortabel Leben, aber irgendwann muss man wieder abziehen. Es lohnt sich eine Zeit teil zu haben, aber schaut man hinter den Vorhang des Theaters aus Gewalt, Korruption, Sex und Drogen, wird es Zeit eine Entscheidung zu treffen. Will man sich komfortabel in einer Scheinwelt einrichten, sich Abenteuerlich fuehlen ohne gefaehrlich zu leben, oder lieber ins wirklich unvorhersehbare Leben aufbrechen? Vielleicht scheitern, desillusioniert werden, kurz gesagt ins Ungewisse aufbrechen?

Meine Entscheidung ist gefallen und auch wenn es sich nicht gerade abenteuerlich anhoert wieder zur Uni zu gehen und ein unterbrochenes Studium abzuschliessen, eroeffnet es mir doch mehr reale Perspektiven auf neue Reisen, neue Laender, neue Freunde und Feinde als ein Leben in der Halb und Scheinwelt als Expat in Phnom Penh.

Habe ich eigentlich am Anfang von der Thailaendischen Zivilisation gesprochen? Mein Plan fuer heute ist mir einen in Alkohol eingelegten Serienmoerder anzuschauen…

Willkommen in Pattaya, Adios Laos

buebo | September 27, 2006 9:54

Willkommen in Pattaya

Wir sind in Pattaya. Der geneigte Leser mag sich nun mehreres Fragen:

  • Wie kommen meine zwei bevorzugten Tunichtgute von verpennten Hippie-Hangout Vang Vien ins Thailaendische Sodom&Gomorra?
  • Warum sind meine zwei bevorzugten Tunichtgute nach Pattaya gefahren?
  • Was ist mit den Motorraedern, dem grossen Trip und ueberhaupt?

Die erste Frage laesst sich einfach beantworten: Man steigt morgens um sechs Uhr in den Public Bus von Vang Vien nach Vientianne, laesst sich dort zur Thai-Lao Friendship Bridge kutschieren, ueberquert die Grenze nach Thailand, nimmt einen Bus nach Bangkok, faehrt per Taxi vom Northern zum Eastern Bus Terminal und nimmt von dort aus den naechsten Bus nach Pattaya. Dauert alles zusammen ungefaehr 22 Stunden.

Natuerlich beantwortet das eigentlich nicht die Frage.

Wasserfall

Laos: Schoen ist’s ja schon…

Nach vor vier Tagen sassen wir in Luam Prabang, einer wunderschoenen Stadt, Wasserfaelle in der Naehe und die Innenstadt besteht aus nichts als Historischen Tempeln, vergoldeten Stupas, Kolonialgebaeuden und netten Kneipen. Sogar die Strecke zwischen Vang Vien und Luam Prabang ist atemberaubend schoen. Trotzdem kommt bei uns nicht so wirklich gute Laune auf. Es ist einfach ziemlich langweilig.

Nun mag man mich nicht falsch verstehen. Ich mag die Laoten ganz gerne, sie sind weniger penetrant und agressiv als die Thais oder die Khmers und auch Nord-Laos ist wunderschoen, man stolpert nur so ueber Tempel, Wasserfaelle, Felsen, mahlerische Fluesse usw. usf., nur leider reicht mir das nicht. Ich brauche auch ab und an mal etwas Nachtleben und gerade daran mangelt es.

Alle Kneipen machen zwischen elf und zwoelf zu, wenn man noch abenteuerlustig ist kann man sich zwar in Luam Prabang noch in eine Vietnamesische Bar kutschieren lassen, die mehr wie ein Hobbykeller in Frankfurt aussieht. In Vientianne gibts wohl noch die Karaoke-Rooms und diverse halbseidene Vergnuegungen aber das alles sumiert sich eher zu einem Nachtroecheln als einem Nachtleben.

Nachtmarkt

Nachtmarkt in Luam Prabang

Wir beschlossen also von Luam Prabang langsam die Rueckreise anzutreten und die Fuehler auszustrecken ob nicht jemand unsere Motorraeder kaufen will. Tobias geht zur Massage und trifft auch gleich auf einen Laoten der interesse ankuendigt und am naechsten Morgen auch mit fuenf Kumpels aufkreutzt. Nach einer dieser wunderbaren Asiatischen Verhandlungen bei denen alle rumstehen, sich untereinander unterhalten und alle halbe Stunde mal ein Preisangebot abgeben koennen wir uns aber immer noch nicht einigen und machen uns so von Luam Prabang wieder auf den Weg nach Sueden, was bedeutet wieder Vang Vieng, wahrscheinlich eine der langweiligsten Staedte des gesammten fernen Osten.

Unsere Fahrt verlaeuft genauso atemberaubend wie der Hinweg. Die Strasse zwischen Luam Prabang und Vang Vien windet sich in engen Serpentinen an ihrer hoechsten Stelle ueber 1000 Hoehenmeter hinauf. Die Luft wird Frisch und die Aussicht mit jedem Meter besser. Der Bus braucht fuer die Strecke ungefaehr zehn Stunden, wir machen es in fuenf und haben viel Spass.

Zwischen LP und VV

Zwischen Luam Prabang und Vang Vien

Waehrend das Mekong-Tiefland eher zum Wohlhabenderen Teil von Laos gehoert, sind die Menschen hier oben in Nord-Laos arm. Die Doerfer bestehen fast nur aus Strohgedeckten Holzhuetten und wir sehen Muetter die ihre Kinder in der einzigen Wasserstelle des Dorfes waschen und auch der untruegliche Wohlstandsindikator in Suedost-Asien – neue Honda Motorroller – ist nicht zu entdecken. Sobald wir zum Tanken anhalten bekommen wir Opium angeboten und realisieren das sich hier oben das Hauptanbaugebiet befinden soll. Ein Kilo Opium kostet angeblich 30$. Wahrscheinlich kein Wunder das wir hier oben auch viele Soldaten und ueberhaupt einen ganzen Haufen Waffen sehen.

Tankstop

Tankstop

Vom antiquirten Jagdgewehr mit dem ein Jugendlicher in den Wald aufbricht, ueber eine Pistole die ein Lasterfahrer im Guertel stecken hat bis zu diversen AK-47s die von irgendwelchen halb und ganz uniformierten durch die Gegend getragen werden. Bis vor ein paar Jahren gab es hier noch bewafneten Widerstand und die Strasse wahr ohne Gefahr fuer Leib und Leben nicht zu passieren. Kein Wunder, Opium ist wahrscheinlich eine der wirklichen Cash-Crops in Laos und ich kann mir vorstellen das die Herren Generaele auch nicht nur die Wahrung der Sicherheit im Sinn haben wenn sie hier gegen Drug-Lords durchgreifen.

Dorf

Dorf kurz vor Luam Prabang

Doch sollten sich hier die Ereignisse ueberschlagen. Wir kommen Abends an und drehen eine Runde mit unseren Motorbikes. Nach einigen Versuchen bei den ansaessigen Motorbike-Vermietungen, die allerdings eher Irritation und Unverstaendniss erzeugen, einem Gespraech mit einem Belgier der Quads vermietet, aber nur voellig unsinnige Preisangebote macht landen wir schliesslich etwas ausserhalb beim Maylyn Guesthouse. Man zeigt sich interessiet und sagt dann einfach so “Ja!”. Keine Testfahrt, kein rumgenoergel (”I have to replace screw, give me discount!”), nix. Wir sollen am naechsten Tag wieder vorbeikommen. Wir koennen es zwar nicht so ganz glauben, vergammeln aber doch den naechsten Tag und schauen Abends wieder vorbei, wobei wir ohne grossen Umstand das Geld in die Hand gedrueckt bekommen.

Nun haben wir uns vorher alle moeglichen Schwierigkeiten ausgemalt, ewige Verhandlungen, wuetende Kickboxer, tollwuetige Wasserbueffel, von denen keine aufgetaucht ist, was uns etwas kalt erwischt. Wohin denn nun eigentlich und was machen?

Holzner will nach Bangkok und auch ich ueberlege. Aber eigentlich, was soll ich in Bangkok? Na gut, es gibt einen Militaerputsch zu bestaunen, aber das scheint auch eine eher statische Angelegenheit zu sein (zumindest momentan). Da faellt es mir wie Schuppen aus den Haaren. Es fehlt an dem Irrsinn des asiatischen Nachtlebens? Pattaya! Das Thailaendische Sin City. Ich war noch nie da und habe nur Geschichten gehoert von einer Stadt die sich in ihrer Gesammtheit dem einen (Sex) und dem anderen (Geld) verschrieben hat. “Bangkok”, murmelt der grosse Humboldt, “Pattaya”, machtworte ich und ein paar Stunden spaeter sitzen wir im sechs-dreissig Bus von Vang Vieng nach Vientienne.

…und was ist mit den Motorraedern, dem grossen Trip und ueberhaupt? Die Antwort ist einfach: “Es ist vorbei”

Realistischerweise waere uns aus Zeitgruenden nicht mehr viel geblieben ausser die Rueckreise anzutreten, uns wieder nach Phnom Penh zu schaffen, die Bikes dort zu verkaufen und dann nach Hause zu fliegen. Wir haben es einfach etwas abgekuerzt und legen nun noch ein paar Tage Strand ein.

Soweit uebrigens zu merken ist, ist hier ueberhaupt nichts zu merken vom Militaerputsch, wahrscheinlich ist hier einfach zu viel Geld zu verdienen als das man sich ernsthafte Gedanken ueber solche Nebensaechlichkeiten zu machen koennte. Nach der Grenze haben wir ein paar Soldaten gesehen, die aber eher aussahen wie die Lausbubenbrigade mit neuen Plastikgewehren und auch in Bangkok konnte man ab und an mal ein paar Soldaten an Bruecken oder anderen anscheinend strategisch wichtigen Stellen erblicken, aber hier ist nix, falls man nicht zu den wenigen gehoert die hier Zeitung lesen koennte man es wahrscheinlich auch direkt verpasst haben.