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Der Stand der Dinge: Projekt Balkan und der ganze Rest
buebo | Februar 4, 2009 13:32Viel zu lange ist es mal wieder her seit dem letzten Blog-Artikel, dabei mangelt es eigentlich nicht an berichtenswerten Dingen, dafür an der einen gr0ßen Explosion. Ich schreibe gerne über neues, tolles noch-nie-dagewesenes, doch genau das lässt auf sich warten. Statt dessen sind es die vielen kleinen Sachen, die man irgendwie dann auch mal erwähnen könnte, wenn man sowieso mal etwas schreibt.
Doch was macht man, wenn die große Sensation auf sich warten lässt und statt dessen nur Kleinkram passiert, der zwar irgendwie auch ganz interessant ist aber kaum einen eigenen Artikel rechtfertigt?
Bisher war es damit ähnlich wie mit einem halb verstopften Abfluss. Man macht die Dusche an und es sammelt sich Wasser, irgendwann ist der Rand der Wanne erreicht und es läuft über. Sensation! Hossa!
Dreht man den Hahn vorher wieder zu, läuft es langsam ab ohne das es zu nennenswerten Auswirkungen kommt, außer vielleicht einem Kalkrand, aber wer interessiert sich schon für Kalkränder in der Wanne? Höchstens Andi, aber die bloggt ja noch seltener als ich…
Das alles soll sich nun ändern. Statt mich in aller Länge mit überlaufenden Wannen zu beschäftigen, will ich nun auch mal über die kleinen Dinge des Lebens schreiben. Dieser Artikel ist der erste über die kleinen Dinge und gleichzeitig auch ein kurzer Ausblick über das, was noch kommt.
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Gedankenfutter für den schweren Winter
buebo | Januar 4, 2009 0:44Die Kälte ist da und der Winter kommt mit aller Wucht und wie es aussieht, dieses Jahr auch richtig.
Tatsächlich ist der Winter mittlerweile da. Die Temperatur tanzt um den Nullpunkt, Bier vom Balkon hat die Konsistenz von Kartoffelsuppe und die Straßen sind gesalzen wie Pökelfleisch.
Der obere Satz lebt allerdings schon seit Oktober in der toten Hülle eines unveröffentlichten Entwurfs und es würde sich einfach nicht richtig an fühlen ihn jetzt noch zu löschen. Ich dachte mir, es wäre doch einmal nett sich schon zu Anfang des Winters mit ausreichend Lesestoff zu versorgen um keine unschönen Unterbrechungen ins Suchtverhalten zu bekommen. Ich machte mich also auf die Suche nach lesenswerten, skurilen, informativen oder einfach schönen Seiten, die irgendwie mit Motorrad zu tun haben.
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Was würde Buddha fahren oder wie ich zur Yamaha TTR gekommen bin
buebo | November 29, 2008 23:11Die MO hat einmal geschrieben Jesus würde Harley Davidson fahren und Gott eine große Honda Vierzylinder. Ich kann es mir vorstellen. Das bärtige Rebellenimage von Jesus passt perfekt zur Harley und Sandalen und Kittel können an dem Stil auch nichts mehr ruinieren…
Auch ein großer, sanfter Vierzylinder passt zu Gott. Leichtes Säuseln, ätherische Klänge und trotzdem omnipotente Kraftentfaltung. Ja liebe MO, da habt ihr wohl voll ins Schwarze getroffen!
Aber was würde Buddha fahren? Und warum eine Yamaha TTR für mich? Und was hat das überhaupt miteinander zu tun?
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Motorrad-Romantik oder ein Schwank aus dem Leben
Andi | Oktober 11, 2008 16:06Liebes Tagebuch,
auch wenn sich die Arbeit mal wieder türmt, der Alltag ordentlich stressig und das Herbstwetter so richtig ungemütlich ist, ist es doch wundervoll, einen liebenden, aufmerksamen und warmherzigen Partner an der Seite zu haben. Gerade der Herbst bietet viel Raum für idyllische Zweisamkeit und vor allem lange Gespräche.
Ein Gespräch zeichnet sich dadurch aus, dass mindestens zwei Menschen verbal miteinander kommunizieren. Leider ist per Definition nicht geklärt, welche Themen angesprochen werden sollten und wie die Gesprächsanteile genau verteilt sind.
So begab es sich, dass der beste Freund von allen ein neues Lieblingsthema fand und nun schon seit Wochen laut euphorisch darüber sinniert.
Projekt Balkan.
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buebo.de präsentiert: Projekt Balkan
buebo | Oktober 7, 2008 13:48Der Amerikaner nennt es the Wanderlust, ich sage einfach: Ich muss mal wieder weg! Mein näheres Umfeld habe ich schon gebührend genervt. Andi, die beste Freundin von allen, schliesst die Augen, beginnt mit dem Kopf zu wippen und summt genau so unmelodisch wie autistisch vor sich hin bei der bloßen Erwähnung von irgendwas das auch nur vage mit Motorradfahren, Reisen oder dem Balkan zu hat.
Mit anderen Worten: Es ist Zeit den neuen Plan öffentlich zu machen.
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Home again!
buebo | Oktober 10, 2006 8:26Gestern abend bin ich wieder in Frankfurt angekommen und es ist ein seltsames Gefuehl wieder zu Hause zu sein. Ich habe mich noch nicht wirklich dran gewoehnt und erwarte halb vor der Haustuer ein paar Motorbike-Taxis zu finden mit denen ich zur Uni fahren kann.
Nachts ist es so ruhig das ich Probleme hatte einzuschlafen und ich bin voellig ratlos was ich denn eigentlich den ganzen Tag lang machen soll.
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Farewelll Phnom Penh oder Reminiszenzen an eine asiatische Schein und Halbwelt
buebo | Oktober 5, 2006 9:15Meine Affaeren in Phnom Penh sind aufgeloest, meinen Freunden habe ich viel Glueck gewuenscht und ich bin einmal mehr nur noch ein Tourist im Fernen Osten, statt ein Mitglied der eingeschworenen Bruderschaft der Expats und wisst ihr was?
Ich geniesse es!
Fliegt man von Deutschland nach Bangkok fuehlt man sich wie in der dritten Welt. Dreckige Strassen, Bettler legen ihre leproesen Koerper quer ueber den Buergersteig, die Luft ist so dick, man braucht eine Kettensaege um sie zu schneiden, der Verkehr besteht aus einem Haufen Irren die nach der Revolution als aller erstes an die Wand gestellt werden sollten und guckt man einmal zu lange in irgendeine Richtung hat man schon eine Nutte im Schos sitzen.
Kommt man von Phnom Penh nach Bangkok merkt man welche Zivilisation man die ganze Zeit vermisst hat. Der Verkehr ist human, man bekommt ueberall ein Taxi, kann alles kaufen was das Herz begehrt (ich bekomme Schuhe in meiner Groesse! In Phnom Penh muesste ich dafuer alte Autoreifen zerschneiden…), man hat Internet bei dem man zwischen dem Laden von zwei Seiten nicht genug Zeit hat einen Kaffee zu trinken, seine Wohnung aufzuraeumen und vielleicht noch ein Jura oder Medizinstudium mit einem Doktorgrad abzuschliessen…
Was die Expats betrifft, das waere nochmal ein anderes Kapitel doch soviel sei gesagt: Phnom Penh zieht eine so seltsame Mischung von Menschen an, wie ich sie selten gesehen habe. Es haengt natuerlich mit der Wild West – oder vielmehr Wild East – Atmosphaere zusammen, die angeblich herrscht. Ich sage angeblich und wuerde mir damit wahrscheinlich schon den Aerger von einigen zuziehen, falls sie diese Zeilen lesen wuerden. De facto ist die Gefahr in Phnom Penh eines gewaltsamen Todes zu sterben (fuer den Westerner) wahrscheinlich winzig im Gegensatz zur Gefahr im Strassenverkehr zu sterben, doch die gemeinschaftliche Gefuehlslage sagt anderes und lange habe ich auch selbst daran geglaubt.
Es stimmt schon, Leben in Phnom Penh ist leicht irrsinnig und oft genug gekennzeichnet von Chaos und Unsicherheit. Ich wurde von Strassenkindern verfolgt, habe einem Paedophilen ins Gesicht geboxt, habe nachts Schuesse vor meiner Haustuer gehoert, bin gewaltsam ausgeraubt und fast von Bussen, Pickups und Lastwagen ueberfahren worden, wurde bestohlen und belogen, aber ich wurde auch mit Waerme und Herzlichkeit empfangen, habe Freunde gefunden und mir Feinde gemacht. Mir wurden Heroin, Gras, Opium, Yama, Ice und mehr andere Drogen angeboten als ich mich erinnern kann und will. Ich habe asiatische und westliche Bordelle gesehen und Menschen, die jede Spur von Zivilisation hinter sich gelassen haben. Messerkaempfe auf der Strasse und Kickboxen in Nuttenbars haben sich vor meinen Augen abgespielt und dasalles ist wahrscheinlich nur ein Bruchteil dessen was sich erleben liesse.
Anders ausgedrueckt es hindert einem nichts und niemand daran alle Regeln der Zivilisation hinter sich zu lassen und es gibt diejenigen die genau das gemacht haben, es sind die jenigen die wohl niemals wieder in einer westlichen Gesellschaft funktionieren koennen und auch in Asien wahrscheinlich nur ueberleben weil sie ausserhalb der asiatischen Gesellschaft lebenund in ihrem Fall hat die Stadt wohl als Katalysator gewirkt. Wenn jemand an nur von der Furcht vor Strafe im Zaum gehalten wird braucht es nur einen Ort ohne Strafe und schon wird die Sozialisation abgestreift wie eine dreckige Unterhose am Waschtag.
Die Stadt ist aber nicht nur eine Einbahnstrasse fuer die Tiere unter uns, in meiner Beobachtung ist es auch eine Sackgasse fuer den Rest von uns – will heissen fuer den Expat, Aussiedler und Abenteurer, allerdings keine Unangenehme. Man kann durchaus ein gutes Leben in Phnom Penh fueren, doch ich habe nie mehr als die folgenden zwei Ergebnisse gesehen.
Einerseits gibt es jene die sich eine mehr oder weniger komfortable, aber statische Luecke schaffen. Letztlich schafft man es sich das eigene Leben zu sichern und findet eine komfortable Nische in der man sich einrichtet. Fuer viele scheint das angenehm zu sein, aber ich bin noch viel zu jung mich zur Ruhe zu setzen und mich damit abzufinden das nichts mehr vorran geht. Ich bin zwar manchmal muede, aber nicht halbtot.
Andererseits gibt es solche die kommen und wieder gehen sobald sie gemacht haben wofuer sie gekommen sind. Es laesst sich fuer eine Zeit mehr als komfortabel Leben, aber irgendwann muss man wieder abziehen. Es lohnt sich eine Zeit teil zu haben, aber schaut man hinter den Vorhang des Theaters aus Gewalt, Korruption, Sex und Drogen, wird es Zeit eine Entscheidung zu treffen. Will man sich komfortabel in einer Scheinwelt einrichten, sich Abenteuerlich fuehlen ohne gefaehrlich zu leben, oder lieber ins wirklich unvorhersehbare Leben aufbrechen? Vielleicht scheitern, desillusioniert werden, kurz gesagt ins Ungewisse aufbrechen?
Meine Entscheidung ist gefallen und auch wenn es sich nicht gerade abenteuerlich anhoert wieder zur Uni zu gehen und ein unterbrochenes Studium abzuschliessen, eroeffnet es mir doch mehr reale Perspektiven auf neue Reisen, neue Laender, neue Freunde und Feinde als ein Leben in der Halb und Scheinwelt als Expat in Phnom Penh.
Habe ich eigentlich am Anfang von der Thailaendischen Zivilisation gesprochen? Mein Plan fuer heute ist mir einen in Alkohol eingelegten Serienmoerder anzuschauen…
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Willkommen in Pattaya, Adios Laos
buebo | September 27, 2006 9:54
Wir sind in Pattaya. Der geneigte Leser mag sich nun mehreres Fragen:
- Wie kommen meine zwei bevorzugten Tunichtgute von verpennten Hippie-Hangout Vang Vien ins Thailaendische Sodom&Gomorra?
- Warum sind meine zwei bevorzugten Tunichtgute nach Pattaya gefahren?
- Was ist mit den Motorraedern, dem grossen Trip und ueberhaupt?
Die erste Frage laesst sich einfach beantworten: Man steigt morgens um sechs Uhr in den Public Bus von Vang Vien nach Vientianne, laesst sich dort zur Thai-Lao Friendship Bridge kutschieren, ueberquert die Grenze nach Thailand, nimmt einen Bus nach Bangkok, faehrt per Taxi vom Northern zum Eastern Bus Terminal und nimmt von dort aus den naechsten Bus nach Pattaya. Dauert alles zusammen ungefaehr 22 Stunden.
Natuerlich beantwortet das eigentlich nicht die Frage.

Laos: Schoen ist’s ja schon…
Nach vor vier Tagen sassen wir in Luam Prabang, einer wunderschoenen Stadt, Wasserfaelle in der Naehe und die Innenstadt besteht aus nichts als Historischen Tempeln, vergoldeten Stupas, Kolonialgebaeuden und netten Kneipen. Sogar die Strecke zwischen Vang Vien und Luam Prabang ist atemberaubend schoen. Trotzdem kommt bei uns nicht so wirklich gute Laune auf. Es ist einfach ziemlich langweilig.
Nun mag man mich nicht falsch verstehen. Ich mag die Laoten ganz gerne, sie sind weniger penetrant und agressiv als die Thais oder die Khmers und auch Nord-Laos ist wunderschoen, man stolpert nur so ueber Tempel, Wasserfaelle, Felsen, mahlerische Fluesse usw. usf., nur leider reicht mir das nicht. Ich brauche auch ab und an mal etwas Nachtleben und gerade daran mangelt es.
Alle Kneipen machen zwischen elf und zwoelf zu, wenn man noch abenteuerlustig ist kann man sich zwar in Luam Prabang noch in eine Vietnamesische Bar kutschieren lassen, die mehr wie ein Hobbykeller in Frankfurt aussieht. In Vientianne gibts wohl noch die Karaoke-Rooms und diverse halbseidene Vergnuegungen aber das alles sumiert sich eher zu einem Nachtroecheln als einem Nachtleben.

Nachtmarkt in Luam Prabang
Wir beschlossen also von Luam Prabang langsam die Rueckreise anzutreten und die Fuehler auszustrecken ob nicht jemand unsere Motorraeder kaufen will. Tobias geht zur Massage und trifft auch gleich auf einen Laoten der interesse ankuendigt und am naechsten Morgen auch mit fuenf Kumpels aufkreutzt. Nach einer dieser wunderbaren Asiatischen Verhandlungen bei denen alle rumstehen, sich untereinander unterhalten und alle halbe Stunde mal ein Preisangebot abgeben koennen wir uns aber immer noch nicht einigen und machen uns so von Luam Prabang wieder auf den Weg nach Sueden, was bedeutet wieder Vang Vieng, wahrscheinlich eine der langweiligsten Staedte des gesammten fernen Osten.
Unsere Fahrt verlaeuft genauso atemberaubend wie der Hinweg. Die Strasse zwischen Luam Prabang und Vang Vien windet sich in engen Serpentinen an ihrer hoechsten Stelle ueber 1000 Hoehenmeter hinauf. Die Luft wird Frisch und die Aussicht mit jedem Meter besser. Der Bus braucht fuer die Strecke ungefaehr zehn Stunden, wir machen es in fuenf und haben viel Spass.

Zwischen Luam Prabang und Vang Vien
Waehrend das Mekong-Tiefland eher zum Wohlhabenderen Teil von Laos gehoert, sind die Menschen hier oben in Nord-Laos arm. Die Doerfer bestehen fast nur aus Strohgedeckten Holzhuetten und wir sehen Muetter die ihre Kinder in der einzigen Wasserstelle des Dorfes waschen und auch der untruegliche Wohlstandsindikator in Suedost-Asien – neue Honda Motorroller – ist nicht zu entdecken. Sobald wir zum Tanken anhalten bekommen wir Opium angeboten und realisieren das sich hier oben das Hauptanbaugebiet befinden soll. Ein Kilo Opium kostet angeblich 30$. Wahrscheinlich kein Wunder das wir hier oben auch viele Soldaten und ueberhaupt einen ganzen Haufen Waffen sehen.

Tankstop
Vom antiquirten Jagdgewehr mit dem ein Jugendlicher in den Wald aufbricht, ueber eine Pistole die ein Lasterfahrer im Guertel stecken hat bis zu diversen AK-47s die von irgendwelchen halb und ganz uniformierten durch die Gegend getragen werden. Bis vor ein paar Jahren gab es hier noch bewafneten Widerstand und die Strasse wahr ohne Gefahr fuer Leib und Leben nicht zu passieren. Kein Wunder, Opium ist wahrscheinlich eine der wirklichen Cash-Crops in Laos und ich kann mir vorstellen das die Herren Generaele auch nicht nur die Wahrung der Sicherheit im Sinn haben wenn sie hier gegen Drug-Lords durchgreifen.

Dorf kurz vor Luam Prabang
Doch sollten sich hier die Ereignisse ueberschlagen. Wir kommen Abends an und drehen eine Runde mit unseren Motorbikes. Nach einigen Versuchen bei den ansaessigen Motorbike-Vermietungen, die allerdings eher Irritation und Unverstaendniss erzeugen, einem Gespraech mit einem Belgier der Quads vermietet, aber nur voellig unsinnige Preisangebote macht landen wir schliesslich etwas ausserhalb beim Maylyn Guesthouse. Man zeigt sich interessiet und sagt dann einfach so “Ja!”. Keine Testfahrt, kein rumgenoergel (”I have to replace screw, give me discount!”), nix. Wir sollen am naechsten Tag wieder vorbeikommen. Wir koennen es zwar nicht so ganz glauben, vergammeln aber doch den naechsten Tag und schauen Abends wieder vorbei, wobei wir ohne grossen Umstand das Geld in die Hand gedrueckt bekommen.
Nun haben wir uns vorher alle moeglichen Schwierigkeiten ausgemalt, ewige Verhandlungen, wuetende Kickboxer, tollwuetige Wasserbueffel, von denen keine aufgetaucht ist, was uns etwas kalt erwischt. Wohin denn nun eigentlich und was machen?
Holzner will nach Bangkok und auch ich ueberlege. Aber eigentlich, was soll ich in Bangkok? Na gut, es gibt einen Militaerputsch zu bestaunen, aber das scheint auch eine eher statische Angelegenheit zu sein (zumindest momentan). Da faellt es mir wie Schuppen aus den Haaren. Es fehlt an dem Irrsinn des asiatischen Nachtlebens? Pattaya! Das Thailaendische Sin City. Ich war noch nie da und habe nur Geschichten gehoert von einer Stadt die sich in ihrer Gesammtheit dem einen (Sex) und dem anderen (Geld) verschrieben hat. “Bangkok”, murmelt der grosse Humboldt, “Pattaya”, machtworte ich und ein paar Stunden spaeter sitzen wir im sechs-dreissig Bus von Vang Vieng nach Vientienne.
…und was ist mit den Motorraedern, dem grossen Trip und ueberhaupt? Die Antwort ist einfach: “Es ist vorbei”
Realistischerweise waere uns aus Zeitgruenden nicht mehr viel geblieben ausser die Rueckreise anzutreten, uns wieder nach Phnom Penh zu schaffen, die Bikes dort zu verkaufen und dann nach Hause zu fliegen. Wir haben es einfach etwas abgekuerzt und legen nun noch ein paar Tage Strand ein.
Soweit uebrigens zu merken ist, ist hier ueberhaupt nichts zu merken vom Militaerputsch, wahrscheinlich ist hier einfach zu viel Geld zu verdienen als das man sich ernsthafte Gedanken ueber solche Nebensaechlichkeiten zu machen koennte. Nach der Grenze haben wir ein paar Soldaten gesehen, die aber eher aussahen wie die Lausbubenbrigade mit neuen Plastikgewehren und auch in Bangkok konnte man ab und an mal ein paar Soldaten an Bruecken oder anderen anscheinend strategisch wichtigen Stellen erblicken, aber hier ist nix, falls man nicht zu den wenigen gehoert die hier Zeitung lesen koennte man es wahrscheinlich auch direkt verpasst haben.
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Vang Vieng zum letzten
buebo | September 21, 2006 14:24Der grosse Humbodlt verkatert und meine Wenigkeit schlecht drauf, eigentlich nicht die beste Ausgangsbasis fuer eine Exkursion ins Umland aber im Bungalow die Holzwaende anstarren oder in der Stadt die Hippies scheint die schlechtere Alternative zu sein, also entscheiden wir uns mal eine der vielen Hoehlen anzuschauen. Nach einer eher erfolglosen Exkursion auf einer Strasse die eher an ein trockenes Flussbett erinnert begeben wir uns in Richtung einer ausgeschilderten Hoehle.
Nach einer Fahrt im wackeligen Einbaum ueber den Fluss schauen wir uns zunaechst das Elephant Cave an und sind eher unbeeindruckt. Es gibt ein paar Kitschige Buddhas nebst Buddhas Fussabdruck zu sehen. Ich mache ein Foto, rutsche mit meinen abgelatschten Turntretern im Matsch aus und nun gibt es neben Buddhas Fussabdruck auch noch Buebo’s Arschabdruck zu bestaunen. Der Tourismus kann nur wachsen…

Buddhas Fussabdruck
Natuerlich findet sich auch direkt ein lokaler Guide der uns zur naechsten Hoehle lotzt. Ein mahlerische Wanderung mit anschliessender Klettertour auf der wir uns bis zur Halskrause mit Matsch und dreck verschmieren und zwischen Kuhfladen Spiessrutenlauf betreiben. Die erste Strecke verlaeuft allerdings recht mahlerisch zwischen Reisfeldern vor dem Bergpanorama entlang.

Unser Guide

Bergpanorama
In der Hoehle angekommen zeigt sich nicht viel. Sie ist hoch, sie ist gross und in den Waenden sind teils Figuren eingemeisselt. Wenn man durch Wasser waten will, kann man noch ein paar hundert Meter weiter Hinein und die gaehnende Dunkelheit bestaunen (unser Guide hat Lampen besorgt aber dunkel ist es natuerlich trotzdem). Ich beschliesse an der Stelle das Hoehlen meine Sache nicht sind. Ich nehme an das fuer Menschen mit einer leichten Platzangst ein grosses Abenteuergefuehl entsteht, weil es irgendwie gefaehrlich erscheint. Der Aesthetiker bestaunt wahrscheinlich die Felsformationen. Was mich betrifft, es ist zwar alles ganz nett anzuschauen, aber dafuer knappe 45 Minuten durch den Matsch stampfen und sich von Moskitos die Ruessel ins Fleisch bohren lassen? Ich nehme die malerische Matschpiste plus Motorrad, wenn ich die Wahl habe

Auf zur Hoehle
Weil wir schon mal da sind wird dann auch noch eine weitere Hoehle besichtigt. Im Angesichts des steilen Abstiegs und meiner abgelatschten Treter beschliesse ich zu kneifen und vertreibe mir die Zeit damit mir eine neue Samlung an Moskitobissen vor dem Hoehleneingang zuzulegen. Tobias kommt zurueck und sagt: “Gross, koennte man ein Flugzeug drinn parken.”
Auf dem Rueckweg schauen wir uns nochmal kurz den Dorfaffen an (mit Kette an einen Baum gebunden), lassen uns wieder im Einbaum ueber den Fluss kutschieren (der kluge Mann laesst sich bezahlen bevor er uns zurueck bringt) und machen uns wieder auf den Weg nach Vang Vieng. Was mich betrifft kann es nun auch das letzte Mal sein das ich in diesem Nest aufschlage.

Der Dorfaffe
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Wir schreiben den Morgen des 17.9.2006 und es ist viel zu frueh, genauer irgendwas zwischen sechs und sieben. Der um diese fruehe Stunde nicht ganz so grosse Humboldt und meine Wenigkeit packen ihre sieben Sachen, schnallen sie auf die Motorraeder und begeben sich in Richtung der Bus-Station.
Das Ziel des heutigen Tages ist Vietianne, die Hauptstadt der Volksrepublik Laos und wir haben beschlossen die Bikes und unsere Nerven zu schonen und statt dessen Bus zu fahren. Was wir mit den Motorraedern machen? Na Busfahren! Wie genau das von statten gehen soll ist uns auch noch nicht so klar, aber wir vertrauen den Locals und sind zudem auch – angesichts der fruehen Stunde – zu vergraemt um uns gross Gedanken darum zu machen.
Die Loesung ist – wie meistens – einfacher als Gedacht und berueht zu gleichen Teilen auf Know-How und der vereinten Kraft guenstiger Arbeit. Der Laotische Bus hat auf dem Dach einen Gepaecktraeger und hinten eine Leiter ueber die man auf den Traeger kommen kann. Nun wird ein Seil um den Frontreifen des Motorrads gebunden, auf dem Dach ziehen zwei Mann und von unten druecken drei und klettern schiebenderweise dem Stahlross hinterher. Einmal oben wird die Maschine auf den Staender gestellt und festgebunden.

Die Fachmaenner versammelt

Anbinden

Schieben, Ziehen, Druecken!

Festbinden
Wir koennen nicht anders als uns zu wundern wie sowas wohl in Deutschland ablaufen wuerde… Der Chefpacker oben auf dem Bus bekommt mittendrinn einen Hexenschuss, der Korinthenkacker will das Motorrad an der Leiter festknoten weil irgendeine DIN-Norm verlangt das Kraftfahrzeuge nicht hoeher als 1,64 Meter transportiert werden duerfen und der Rest verlangt provisorisch eine Gehaltserhoehung plus Gefahrenzuschlag.
Wir nehmen hinter dem Fahrer platz und ueberlegen uns wann wir wohl das erste Motorrad an der Frontscheibe vorbeisegeln sehen, irgendwie sahen diese Leinen doch nicht so stark aus und der Bus bekommt auch ganz schoen Schlagseite in den Kurven. Beim ersten Stop schauen wir nach, doch entgegen allen Vermutungen sind die Motorraeder noch da und wir lehnen uns wieder beruhigt in den Sitzen zurueck. Ich genemige mir eine Lexomil, die ich aus Kambodscha mitgebracht habe. Doch entgegen den Versprechungen der Apothekerin kann ich immer noch nicht schlafen, mache mir jedoch auch keine Sorgen mehr wenn ich niedrig ueber die Strasse gespannten Stromkabel auf den Bus zufliegen sehe.

Alles noch da!
Die Busfahrt selbst ist im Uebrigen ganz angenehm. Das Vehikel ist ein alter Chinesischer Reisebus, ohne Klima-Anlage oder irgendwelchen Sperenzchen, dafuer stehen aber alle Fenster und Tueren offen und die Sitze sind leidlich bequem. Bei jedem planmaessigen Stop – von denen es auf den 500km viele gibt – draengen sich Essenverkaeuferinnen an den Fenstern, beliebt scheint gebratenes Huehnchen am Stiel und Gesuesster Reis in allen Varianten zu sein. An einer Bus-Station sehen wir auch Rat-on-Stick (zumindest glaube ich das es Ratte war, Tobias ist fuer Eichhoernchen), alle moeglichen und unmoeglichen Kaefer und Eier am Stiel (ich nehme an gekocht).

Reiseverpflegung

Tobias aka der Grosse Humboldt und Chicken-on-a-stick
Die Fahrt geht ziemlich ereignisslos zu Ende und am fruehen Abend kommen wir am Busbahnhof in Vientianne an, es werden wieder ein paar Starke Maenner gefunden die unsere Bikes vom Bus zurueck auf den Boden der Tatsachen befoerdern und wir machen uns auf den Weg ins Stadtzentrum.
Nach einem Beer Lao und etwas Smalltalk mit ein paar Thailaendischen Expats begeben wir uns auf Hotel-Suche und werden auch ziemlich direkt fuendig. Nach ein paar weiteren Bieren machen wir einen Abstecher zu einem Hotel in dem – nach einigen Internetquellen – die Party rocken sollen. Statt einem boxenden Pabst im Kettenhemd finden wir aber nur gaehnende Leere, ein paar devote Zausel in Hoteluniform und das Angebot einen Karaoke-Room zu nehmen. Wir sind nicht gewillt uns den Rest des Abends mit leichten Laotischen Maedchen zu leichter Laotischer Musik in einem teuren Zimmer die Zeit zu vertreiben, lehnen dankend ab und verschwinden wieder ins brodelnde Nightlife von Vientianne.

Tolle Fassade, nix drinn…
Ueberhaupt! Das brodelnde Nightlive von Vientianne! Die Hoehpunkte sind eine eher schmierige Karaoke-Bar in der man noch vor dem ersten Drink ein Girl angeboten bekommt und Diskos die um zwoelf die Pforten schliessen.
Am naechsten Morgen gehen wir Sightseeing. Wir schauen uns einen Buddhistischen Tempel an, gehen auf den Arc de Triumph von Vientianne, der aus der Entfernung gut aussieht, aus der Naehe aber bald an eine Realsozialistische Interpretation eines Legobausatz aus Beton erinnert. Dafuer hat man von oben eine nette Aussicht. Wir treffen auf zwei Moenche und unterhalten uns kurz, dannach ziehen wir wieder ab.

Dat Wat

Arc de Beton

Aussicht
Dannach begeben wir uns ins Militaermuseum. Ein Haufen Kriegsgeraet, wie Panzer, Flugzeuge und Lastwagen und jede Menge Fotomaterial. Vor dem Eingang stehen die grossen Spielzeuge wie Hubschrauber und Panzer, im Ergeschoss kann man Laster und schuetzenpanzer Bewundern und im Hinterhof vergammeln ein paar Amerikanisch-Imperialistische Panzer und Geschuetze. Steigt man hoch in den ersten Stock kann man jede Menge Fotomaterial, kleinere Nachbildungen von Schlachten, Ausruestungsgegestaende (wie z.B. ein Unterhemd das jemand Wichtiges bei der Flucht aus imperialistischer Gefangenschaft getragen hat – kein Scherz) und jede Menge Gewehre bewundern. Die Beschriftungen sind manchmal informativ, manchmal nur auf Lao und lesen sich ungefaher so: AK-Machine Gun used in 66. Battallion against imperialist forces at Plain of Jars 1977. Falls man es vor lauter Beer Lao vergessen hat, ja, hier wird noch der Sozialismus gelebt…
Nach soviel Waffen ungeahnt blutruenstig gestimmt begeben wir uns auf die Suche nach einer Shooting Range um etwas Sinnlos Pappscheiben zu zerballern. Der erste Tuk-Tuk Fahrer weiss auch gleich wo wir hin wollen und setzt uns an einer unmarkierten Tuer ab. Wir werden eingelassen und schauen uns mit blutruenstigen Augen um. Ich will Kalaschnikov schiessen und am liebsten gleich mit der .45 Super-Magnum (was auch immer, Hauptsache gross!) den Uebelheimern morses geben und auch Holzner macht entsprechende Grunzlaute. Doch wir sehen ganz schnell wieder davon ab. Ein Schuss .45er soll 2.50$ kosten und an Gewehren gibts nur Kleinkaliber und schon gar nicht automatisch. Wir sind wieder befriedet und verschieben die sinnlose Entfesselung von Zerstoerungskraft auf unsere Rueckkehr nach Phnom Penh wo von der Pistole bis zum Raketenwerfer alles zu zivilen Preisen zu haben ist.
Abends geht es wieder auf die Suche nach Nightlife. Der Reisefuehrer sagt Novotel und wir fahren hin. Es stellt sich herraus das der Club noch nicht mal im Novotel ist sondern hinten rum, eine Treppe runter, einer schwarzen Katze die Kloake kuessen und dann bei Mondloser Nacht lebende Kaefer auf jungfraulichen Affen opfern, oder so aehnlich.
Zumindest eher schwer zu finden aber wir schaffen es natuerlich trotzdem. Die lokale Jugend tanzt zu einer Mischung aus Laotischen und westlichen Hip-Hop und es leicht skuril durch den Discovery-Channel der per Beamer an die Wand geworfen wird. Anscheinend beschaeftigt sich die Saendung mit einem eingeorenen Stamm der sich lange Bambusroehren ueber das Geschlecht stuelbt und sich der Vielweiberei hingibt.

Party mit den Locals
Ploetzlich bekommen wir unsere leeren Glaeser wieder mit Beer Lao aufgefuellt. Eine Gruppe Locals hat uns in ihre Mitte genommen und wir feiern nun kraeftig mit. Der Club macht allerdings auch ziemlich direkt zu und wir werden eingeladen uns in irgendeine andere Disko zu begeben, die sich nach stundenlanger Fahrt im Tuk-Tuk auch als geschlossen herrausstellt. Nach diversen verwirrenden Gespraechen voller Mistverstaendnisse und punktlosen Diskussionen landen wir schliesslich wieder am Novotel, nehmen wieder ein Tuk-Tuk und fahren nochmals stundenlang durch die Nacht, bevor wir unser Hotel finden.
Am naechsten Morgen geht es weiter nach Vang Vieng, einer kleinen Stadt die sich voellig auf Traveller und ihre Beduerfnisse (Banana Pancake, Beer Lao und DVD schauen) eingestellt hat. Ungefaehr 80km nach Vientienne macht Motorradfahren wieder richtig Spass. Die Strasse windet sich in engen Kurven durch die Berglandschaft und der bedeckte Himmel sorgt fuer angenehme Temperaturen.

Fahrspass pur!

Drogenaufklaerung am Wegesrand
Nach ungefaer 160km erreichen wir Vang Vieng. Die Stadt in der sich die Bars nur dadurch unterscheiden welche DVDs sie zeigen. Ein Guesthouse am Fluss wird gefunden und wir quartieren uns in einem angenehmen Bungalow ein. Ganz aus Holz und abends auch mit romantischem Sonnenuntergang. Aufs Kuscheln verzichten wir und brechen lieber in die Stadt auf.

Unsere Aussicht
Kneipenwahl in Vang Vieng ist einfach. Man bekommt ueberall die gleichen Gerichte, Getraenke kosten immer das gleiche und die einzige Variable ist die Ausstattung mit Fernsehern und was laeuft. Wir entscheiden uns fuer die Simsons, Tobias trinkt Bier, ich pendele zwischen zu suessen Shakes und zu suessem Vodka Orange. Irgendwann brechen wir auf und finden eine Bar in der ausnahmsweise kein Fernsehen lauft. Unterhaltung wird dafuer von betrunkenen Travellern geboten die sich zusammen auf dem Boden rollen und anscheinend versuchen zu ringen. Auf english nennt sich sowas pissing contest auf deutsch Schwanzvergleich aber was solls, ueber Idioten kann man immer lachen…
Am naechsten Morgen kommen Nachrichten von Thailand. Es hat einen Staatsstreich gegeben. Als echte Politikstudenten entscheiden wir uns fuer Tubing. Hoert sich nach Sport an, ist es aber nicht. Man bekommt einen aufgeblasenen Schlauch aus einem Traktorreifen, wird den Fluss hochgefahren, setzt sich in seinen Schlauch und laesst sich den Fluss runter treiben. Am Ufer gibt es Bars in die man sich reinziehen lassen kann. Die meistens haben eine Schaukel, einen Sprung oder sonst irgendwass das einen Publikumswirksam ins Wasser befoerdert. Wir trinken Bier, Tobias verliert irgendwann unser Geld (irgendwas um die 10$) und gegen Abend sind wir zurueck, Duschen und brechen wieder in die Stadt auf. Auf dem Weg springt Holzner auf ein Motorbike und verspricht dem Fahrer einen Dollar wenn er uns in die Stadt bringt. Ich mag lieber laufen und wir machen einen Treffpunkt aus und das sollte das Letzte sein was ich von ihm sehen sollte an diesem Abend.
Nach noch ein paar Bier verziehe ich mich wieder in den Bungalow und gehe Schlafen. Tobias kommt irgendwann Nachts nach Hause, murmelt Unverstandliches, werkelt an den Fenstern und kriecht schliesslich ins Bett.
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Phnom Penh nach Laos oder Bootfahren mit Kunstseide, koloniale Kuhstaelle und die kleinen Unterschiede
buebo | September 16, 2006 15:37Es ist viel passiert und deswegen werde ich die letzten Tage nur ueberfliegen. Vorgestern morgen sind wir wieder aus Phnom Penh aufgebrochen, nachdem der grosse Humboldt endlich die erforderlichen Papiere fuer sein Motorrad bekommen hat. Unser Ziel: Laos; die erste Station: Kratie
Der groesste Abschnitt war einfacher Highway, mit dem ueblichen wahnsinnigen Verkehr, ungefaehr auf der Haelfte des Weges biegen wir vom Highway ab auf eine kleinere Strasse, die sich bald in eine Buschpiste verwandelt. Wir lassen uns aber nicht schrecken und fahren natuerlich weiter. Der Reisefuehrer sagt das die Strasse in der Regenzeit manchmal nicht passierbar ist, allerdings bewegt sich einiges an lokalem Verkehr und so mache ich mir zunaechst keine Sorgen. Laut GPS bewegen wir uns auch weiter auf Kratie zu. Der grosse Humboldt wird allerdings mit jedem Kilometer skeptischer und ploetzlich verschwindet die Strasse unter Wasser. Etwas ratlos stehen wir vor den Fluten. in ungefaehr 150 Metern abstand sehen wir sie wieder auftauchen, aber eine befragung der Locals zeigt das der durschnittliche Khmer wohl bis zur Brust im Wasser steht, was auch fuer unsere Dirtbikes etwas zu hoch ist.
Die Loesung ist allerdings schnell gefunden. Wir fahren einfach an den Fluten vorbei und quer durchs Dorf, was bedeutet sich auf einem ungefaehr 1,20 Meter breitem Lehmpfad zwischen Kindern, Huehnern, Hunden, Wasserbueffeln und durch Gruppen von Menschen, ueber Kartenspiele und durch Wohnzimmer zu schlaengeln, doch schliesslich erreichen wir Kratie nach einem langen Tag und nehmen uns ein Zimmer im sehr angenehmen Heng Heng Hotel (5$/Nacht fuer Doppel mit Ventilator), essen im Heng Heng Restaurant und fallen schliesslich in unsere Heng Heng Betten.

Wenn das die Franzosen wuessten!
Morgens benehmen wir uns wie die Asketen die wir sind, stehen um sieben (morgens…) auf, fruehstucken karg, tanken und machen uns wieder auf den Weg. Wieder zieht sich der offizielle Highway in Form einer einspurigen Matschpiste praktisch quer durch die Wohnzimmer der Dorfbewohner. Fuer kurze Erheiterung sorgt der Kuhstall im Kolonialgebaeude. Wann das die Franzosen wuessten!
Gegen Mittag treffen wir in Stung Treng ein, eine Stadt in Riechweite des Arschs der Welt, die sich durch genau gar nichts auszeichnen wuerde, wenn sie nicht das Sprungbrett nach Laos oder Rattanakiri waere (die Provinz in der sich die Hippies zum nackten Schakratanz treffen, falls sie nicht schon in Phnom Penh bei der Happy Pizza haengen gebliegen sind).
Ich esse schnell einen gebratenen Reis (schmeckt ueberall), waehrend der grosse Humboldt durch Fasten versucht seine revolutionaere Darmflora auszuhungern, dannach brechen wir wieder auf um gleich wieder anzuhalten. Nanu, eigentlich sollte hier eine Bruecke sein. Sie ist auch da und am Horizont zu erspaehen, nur leider fehlt die Haelfte.

Bruecke?
Statt dessen gibt es eine Faehre, die eher aussieht ein Kambodschanischer Einbaum. Trotzdem zeigt sich der Lademeister (Hawaiihemd aus Kunstseide, Sonnenbrille, Armeemuetze – sichere Zeichen von Autoritaet) durchaus bereit unsere Bikes ueber den Fluss zu bringen. Vor die Wahl zwischen Faehre oder Faehre entscheiden wir uns fuer letzteres und Aktzeptieren. Mit vereinter Kraft schaffen der Meister im Kunstseidenen Hemd und eine paar jugendliche Helfer unsere Bikes an Bord. Holzners innen zwischen Sitzreihen, meines auf den Bug, nur um danach Kartonweise Chinesisches Bier auf einer Seite des Bootes so lange aufzustapeln bis mir vor lauter Schlagseite einfaellt das man in Armeestiefeln (die ich zum Motorradfahren anhabe) nicht mal schwimmen kann. Doch Kunsteide versteht seinen Job und stapelt seine Helfer auf der anderen Seite bis der Kutter wieder grade liegt.

Kunstseide himself

Abladen
Das Abladen laueft genau ab wie das Aufladen, nur in anderer Richtung, allerdings bis auf meinen angehenden Herzinfarkt, der bleibt gleich. Als ob der Surrealitaet nicht genuege getan wird laeuft mir auch noch Bolin ueber den Weg, eine ehemalige Angestellte des Ginger Monkeys, die ich seit Monaten nicht mehr gesehen habe.
Mittlerweile geht es auf den Nachmittag zu und wir nehmen die letzten 50km zur Grenze in Angriff. Nach kurzen Verwirrungen (das GPS zeigt den Weg anders an als die Grenze eigentlich liegt) deutet uns eine Befragung eines einsamen Menschen auf einem Fahrrad den Weg (”Lao, there?” – Nicken). Ploetzlich stehen wir vor einer Huette um die sich ein paar mittelalte Herren in T-Shirts und Jogginghosen scharren, die sich ploetzlich als Grenzwaechter entpuppen. Nachdem sie sich noch einen Dollar fuer die Stempel haben geben lassen geht natuerlich der Zirkus los. Wir sollen irgendwelche Zettel aus irgendwelchen Bueros in Stung Treng bringen, sonst “no go Lao”. Wir wollen nicht. Genug damit gesagt das wir nach langen Verhandlungen und unnoetigem Zeitverlust schliesslich 10$ pro Bock und Nase zahlen und die Herren schliesslich ihre selbstgezimmerte Sperrholzschranke heben und uns durchlassen.

Die Grenze
Auf der Laotischen Seite sehe ich schon den naechsten Trubel vorraus und soll mich irren. Die zwei Grenzer machen sich sogar die Muehe ein paar Uniformhemden uebers fleckige Unterhemd zu ziehen, man fuehlt sich direkt willkommen. Wir zeigen unsere Visas, zahlen nochmal einen Dollar pro Pass und Nase (Riel werden gerne genommen, wir haben auch nix anderes) und stehen etwas verdutzt vor einem Matschpfad. Da es das einzige Strassenartige Objekt in Sichtweite ist und an einem Ende sich eine Schranke befindet, ist sowohl Richtung wie auch Strassenwahl klar. Aber seltsam, da sah es ja sogar in Kambodscha besser aus.

Die ersten Meter in Laos
Nach ein paar Kilometern treffen wir schliesslich auch auf eine richtige Strasse, doch ploetzlich stehen wir schon wieder vor einer Schranke. Der Zoll diesmal. Doch schon wieder verdutz mich ein Uniformierter indem er jede Gelegenheit verpasst uns Geld aus der Tasche zu ziehen. Wir stehen vor ihm auf Papierlosen Kambodschanischen Motorraedern, gucken dumm und sehen nach Geld aus. Was will er? “Your Passport, please!” Ich werde aus diesem Land nicht schlau!
Nach einigen weiteren Kilometern auch noch andere Unterschiede zu Kambodscha deutlich. Ausser uns gibt es kaum Verkehr, hoechstens alle 20 Minuten kommt einem mal irgendwer entgegen und wenn dann wirklich mal einer kommt dann faehrt er als haette er Fahren nicht an der Playstation gelernt, sogar Lastwagen und Busse bewegen sich auf der rechten Spur, im Gegensatz zu Kambodscha, wo Fahrer mit einem Fuss auf dem Gas und einem auf der Hupe durch die Weltgeschichte brummen.
Auch die Szenerie hat sich geaendert, am Horizont erblicken wir hohe Berge und statt Schweinen scheinen hier Ziegen das strassenbevoelkernde Tier darzustellen. Die Strasse allerdings verwandelt sich nach ein paar Kilometern in ein makelloses Asphaltband, das auch einem Schweizer Verkehrsfetischisten noch die Gaber im Fondueverschmierten Mund zusammenlaufen lassen wuerde, sogar sowas wie Alpengluehen bekommen wir geliefert.

Laotisches Alpengluehen
Trotz der schoenen Szenerie stehen uns noch 160km/h bevor. Das Ziel des Tages heisst Pakse, was wir auch mit Einbruch der Dunkelheit erreichen. Was es zu Pakse zu sagen gibt? Da muss man jemand anders fragen, ich sehe von der Stadt ein (schoenes) Hotelzimmer, eine Massage in der mir innerhalb von einer schmerzhaften Stunde der verbogene Ruecken wieder gerade gebogen wird – damit ich ihn mir am naechsten Tag wieder auf dem Bock verbiegen kann – und ein furchbares Fruehstueck (rote Wuerste aus der Hoelle) das nur durch den exzellenten Lao Coffee wieder gerettet wird.
Am naechsten Morgen machen wir uns auf die Suche nach einem Mechaniker. Die Honda meines Begleiters macht Zicken die ich auf den miesen Sprit in Laos schiebe. Hier hat man an der Tankstelle zwei Moeglichkeiten: Diesel (gelbliche Farbe) und Regular, auch genannt Gasoline (Cocktailkirschrot). Es wird kein Mechaniker gefunden und ich ziehe mich fuer ein anstehendes morgendliches Geschaefft ins Hotel zurueck, waehrend Humboldt noch mal auf Expedition geht. Nach Geschaeft und diversen Wartungsarbeiten (Kette oehlen, bedeutungsvolles Starren auf diverse Motorradteile, begleitet von ratlosen Kinnkratzen) kommt er schliesslich zurueck. Ein Mechaniker wurde gefunden, “Ein weiser Mann”, kommentiert mein Begleiter, “er hat Oel nachgefuellt.”
Dannach die Koffer gepackt und wieder auf die Blechesel geschwungen, Savannakhet heisst das naechste Ziel. Die Strasse bleibt unveraendert gut aber die Langeweile wird schlimmer und Abends angekommen beschliessen wir zu schummeln.

And on and on and… ZIEGE!
- Erstens sind sie nicht wirklich auf Reiskomfort gebaut, anders ausgedrueckt sind mir mittlerweile der Ansicht das sogar ein empfindlicher Affe es auf einem eher unkomfortabel geratenen Schleifstein doch recht bequem sitzt.
- Zweitens bietet sich hier eine eintoenige Abwechslung aus Langeweile und Adrenalin. Hoert sich komisch an? Man faehrt stundenlang bei dem immer genau gleichem Motorengebrumm eine praktisch schnurrgrade leere Strasse entlang. Immmer … bruumm … alles … bruumm … genau … brumm … gleich … ZIEGE IN DER SPUR!
Also haben wir beschlossen den Bus zu nehmen. Der Laotische Busfahrer ist ein technischer Tausendsassa und anscheinend ist es gar kein Problem ein 100kg Motorrad oben auf einem Reisebuss zu befestigen. Das hat uns zumindest grade ein Prachtexemplar (Boxershorts, Kickbox-Tattoos und dicke Oberarme) klar gemacht und fuer 20.50$ pro Nase, Bike und Gepaeck will er uns morgen die letzten 600km nach Vientiane schaffen.
Stay tuned!
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Battambang nach Siam Reap
buebo | September 8, 2006 14:08
Die Tempel stehen auch noch
Wir sind in Siam Reap angekommen und es gibt nicht viel zu berrichten.
Wer schon mal von Thailand nach Siam Reap gefahren ist, wird die Strecke zwischen Poipet (der Grenze) und Siam Reap in schlechter Erinnerung haben. Ein Taxi – d.h. ein unmarkierter Toyota Camry ausgestattet mit einem meist leicht wahsinnigen Fahrer mit perfektem Verstaendniss von Traegheit, Impuls und Verformungsenergie – macht die 150km in ungefaehr drei bis vier Stunden. Laesst man sich in den Horror-Bus bugsieren, kann man sich die naechsten sechs Stunden auf einen Erlebniss freuen das so sich ungefaehr so anfuehlen muss wie den Sandsack fuer Mike Tyson zu spielen. Wengistens bekommen man nicht in die Ohren gebissen…
Wir haben von Sueden – also nicht von der Grenze kommend – nur ungefaher 120km auf der Sandpiste mitgemacht und ich muss sagen das ich sie schlimmer in Erinnerung hatte. Weninge Schlagloecher und eine Durschnittsgeschwindigkeit von ungefaehr 60 bis 70km/h ist durchaus moeglich, auch wenn man sich darauf gefasst machen kann eine ganze Menge Staub zu schlucken. Die ersten 40km kommt man sich zudem vor wie in der Wueste. Bis zum Horizont ziehen sich die Reisfelder, durch die Mitte geht schnurgerade die Sandpiste und ausser dem Verkehr laesst sich keine Menschenseele blicken.
Der Verkehr allerdings! Wie gesagt eine Sandpiste, daher eher nicht so besonders guter Halt des normalen Reifens, den Kambodschanischen Fahrer an und fuer sich schreckt das gar nicht, oder vielleicht doch und er muss grade deswegen das Gaspedal bis zum Boden durchdruecken. Man koennte ja sterben weil man zu langsam faehrt. Neben suizidalen Toyota Camrys trifft man allerdings auch noch Busse und Lastwagen. Die sind zwar nicht besonders flott unterwegs, werfen dafuer aber jede Menge Staub auf. Teilweise brummt man gutmuetig in eine solche Wolke rein und sieht ploetzlich grade mal nur noch die naechsten fuenf Meter vor dem Vorderrad. Ab dann heisst es wachsam sein, ploetzlich auftauchenden Hunden, Kuehen, Kindern, Geistern und Halluzination nach moeglichkeit ausweichen und hoffen das die naechste grosse Shiluette der Bus und nicht eine Wand ist…
Staubig?
In Siam Reap angekommen suchen wir uns ein Hotel, vergammeln den immer noch gluehend heissen Nachmittag und begeben uns Abends in die Pub Street. Das Etablisment unserer Wahl gibt bis zehn Uhr Abends das Draft Beer fuer 30 Cent ab, wenn man etwas zu essen bestellt. Das kleinste Gericht auf der Karte wird geordert und bis zehn haben wir beide etwa genau so viele Bier getrunken. Ein paar Stunden treiben wir uns noch rum und zemetieren die morgendliche Katerstimmung fuer heute.
Morgen steht uns der lange Ritt zurueck nach Phnom Penh (etwa 230km) vor. Eigentlich wollten wir in der Mitte eine Pause fuer einen Uebernachtungsstop machen (150km sind im hiesigen Highwayverkehr schon eine ganze Menge, obwohl wir uns langsam dran gewoehnen) aber es besteht die Chance endlich Nummernschilder fuer Holzners Maschine zu bekommen – ohne die wir nicht nach Laos fahren koenen – und so beeilen wir uns um hoffentlich bald in Richtung Norden aufbrechen zu koennen.
Persoenlich waere ich froh endlich aus den Reisfeldern rauszukommen und zumindest ab und an mal einen Berg hochfahren zu duerfen…
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The Pyramids of Battambang und Klebstoff Entertainment
buebo | September 6, 2006 14:24Was tun in Battambang? Die Frage hat uns gestern beschaeftigt und nachdem keine der Optionen sich als wirklich ansprechend gezeigt haben, wurde einfach keine Entscheidung gefaellt. Statt uns also auf den Touristenpfad zu begeben haben wir uns verhalten wie zu Hause.
Nach einem Wechsel ins komfortable Hotel Angkor (11$ fuer Doppelzimmer mit Kuehlschrank, Aircon und warmen Wasser) geht Holzner auf den Markt um ein paar kleine Erledigungen zu besorgen. Er kehrt zurueck mit 15 Dosen Bier.
Pyramids of Battambang
Nach kurzer Diskussion beschliessen wir das 12 Uhr Mittags eine genauso gute Zeit ist anzufangen zu trinken wie jede andere auch, vor allem wenn man plant sich – ausser zur Nahrungsaufnahme – sowieso nicht aus dem Hotel zu bewegen. Wir beginnen den Bau der Pyramide von Battambang und ich muss zugeben – beim Ramses! – das die Hauptarbeit von meinem Begleiter erledigt wurde. Nachdem ich beim Essen schon fast ins Lallen geraten bin, beschloss ich erstmal von meiner Bautaetigkeit zurueckzutreten und bin daemmerte nach erfolgreicher Kalorienisierung auch direkt weg.
Lehrreiches Entertainment gab es im Uebrigen auch. Waehrend sich im Restaurant der Kochkurs vor lauter Chilli und Knoblauch fast ums Augenlicht kochte, studierten wir im Alkholosierten Zustand die Angewohnheiten des gemeinen Klebstoffsuechtigen. Nach diversen Inhallationen aus der Plastiktuete wird der Gang unstetig, die Kommunikationsfaehigkeit laesst nach (UHUAUAHAU! – man muss kein Khmer sprechen um zu merken das sowas kein Wort ist), das soziale Umfeld hat zu leiden (wechselweise nach den Kumpels treten oder von ihnen geschlagen werden…) und die Nervenbahnen nehmen Schaden (niemand mit normalen Augen schielt ploetzlich eine halbe Stunde lang nur weils Spass macht).
Am Abend ueberlegen wir kurz uns ins lokale Nightlife zu stuerzen, lassen es aber. Wir haben am Tag unserer Ankunft schon mehr als genug bekommen. Einer unserer Motodops sprach genau ein Wort Englisch: “Discoteque?”, und so endeten wir am fruehen Abend in einem Laden der aussah wie Siegfried und Roys Kleiderkammer auf LSD und sich anhoerte als wuerden die Schluempfe nach einer Koksparty auf dem Frankfurter Bahnhofsklo Weinachtslieder zu Hardcore Techno singen. Abends entschlummerten wir also lieber im Konsens noch einen Tag zu bleiben den Schlaf des Gerechten ohne ihn verdient zu haben. Das Tagewerk sollte bis Heute warten.
Morgens goennten wir uns zunaechst ein spaetes Fruehstueck im Coffee Shop. Den Iced Coffee kann ich nur waermestens Empfehlen, falls sich jemand mal in diese Ecke der Welt verirren sollte. Gegen Mittag brachen wir dann Richtung Wat Sampheu auf, da es im Khmer440-Forum empfohlen wurde und wir auch nicht grade viel besseres zu tun hatten.
Die Strasse nach Pailin und zum Wat
Die Strasse war schlecht aber auf unseren Gelaendemaschinen fast schon wieder spassig. Zwischen Schlagloechern und Matschkuhlen zieht sich eine Reifenbreite Spur im Schlangenlinien ueber die Strasse, zerfasert manchmal in mehrer Spuren und laueft dann wieder zusammen. Dazwischen ein paar Lastwagen, Autos und Locals auf Scootern. Die besseren Abschnitte fahren sich wie auf Wellblech, in den schlechteren schuettelt es einem fast die Plomben aus dem Gebiss.
Das Wat selber ist von unten ein recht eindrucksvoller Anblick, es tront auf einem hohen Kliff ueber einer Landschaft die flach wie ein heisgemangelter Reiskuchen ist. Der Majestaetische Eindruck wird etwas gemildert durch den recht offensichtlichen Verfall, die nervigen Guides (”You need Guide, Mister?”, “No!”, “Mister, do you need Guide?”) und den ziemlich offensichtlichen Verfall. Unsere Informationen – teils von ungebetene Ratschlaegen der Guides, teils aus einem halbverdauten Reisefuehrer, sagen irgendwas von einem Wat, einer Killing Cave und einem Khmer Rouge Staudamprojekt in dem man anscheinend baden kann.


Der Hausaffe


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Phnom Penh nach Battambang
buebo | September 4, 2006 6:55Nach einem kurzen Fruehstueck aus Baguettes, belegt mit Salat und Bacon, machen wir uns auf den Weg. Geplant ist sich auf dem National Highway 5 Richtung Battambang zu bewegen, wahrscheinlich mit einer Uebernachtung, entweder in Kampong Chhnang (etwa ein Drittel des Weges) oder in Pursat (zwei Drittel).
Auf dem Highway
Holzbaer ist entzuernt darueber das sie ausgerechnet uns herangewunken haben. Mir ist natuerlich auch klar das sie uns rausgezogen haben weil wir wahrscheinlich genug Geld haben, auf der anderen Seite bin ich aber positiv ueberrascht das wir nicht nach Tea-Money gefragt wurden und nur den wirklichen und offiziellen Preis bezahlen mussten. Es koennte sein das wir beide Recht haben…
Oudong Mountain
In der leeren Tempelanlage
Bei einer ungefragten Fuehrung durch die lokale Jugend bekommen wir erklaert das die Anlage fuer drei tausend Moenche gebaut wurde. Von wem und wo die Moenche sind, bleibt aber ungeklaert.
Meiner Theorie nach versucht hier jemand mit viel Geld in den spaeten Jahren seines Lebens die karmische Balance noch mal in Richtung einer besseren Wiedergeburt zu tippen. Nach einem Leben voller Korruption, moralischer Verfehlungen und eventuell Verbrechen bekommt doch so mancher kambodschanischer Lexusfahrer das grosse Sausen was nach dem Ende kommt und mitten im Nirgendwo ein neues Angkor hochzuziehen koennte den Unterschied zwischen einer Reinkarnation mitten ins Insektenreich oder zumindest als hoeheres Tier (wobei Tiger in China wahrscheinlich nichts zu lachen haben…), eventuell sogar wieder als Mensch machen. Ich kann mir vorstellen das so mancher Moench diese Ideen begruest.
In Kampong Chhnang (etwa 120km von Phnom Penh) machen wir Mittagspause und suchen das einzige Guesthouse mit westlicher Schrift auf dem Schild auf. Grosser Fehler. Wir bestellen verschiedene Gerichte, bekommen aber beide das Gleiche. Einen Teller Reis und ein paar Huehnerteile, die aussehen als waehre das arme Tier schon vor dem Schlachten an Entkraeftung gestorben. Unser Essen wird begleitet von einem offensichtlich an Down-Syndrom leidenden Bettler und alle Versuche unsere Spendenunwilligkeit klar zu machen scheitern klaeglich, auch das Personal erweisst sich als unwillig ihn zu verscheuchen und bringt uns auf die Theorie das er zur Familie gehoert.
Zuletzt angelt er sich die Reste unseres Huehnchens vom Teller und verschwindet damit.
Der Rest von Kampong Chhang sieht auch nicht viel besser aus als der erste Eindruck im Guesthouse und so machen wir uns wieder auf den Weg Richtung Battambang. Die Strasse zieht sich – bis auf ein paar Kurven – fast wie mit dem Lineal gezogen zwischen Reisfeldern, gelegentlichen Baeumen und Huetten durch. Ab und zu durchqueren wir eine kleines Dorf (erkennbar an Phone Shop und Western Union), dannach wieder gruene Reisfelder und sonst nicht viel.
Der Verkehr besteht im Wesentlichen aus Reisebussen auf dem Weg zur Thailaendischen Grenze, ein paar Lastwagen, Toyota Camrys und SUVs und natuerlich den allgegenwaertigen Moppeds, mal mit Anhaenger, mal ohne.
Am Nachmittag kommen wir in Pursat an und ueberlegen uns zu bleiben. Die Riverside sieht ganz angenehm aus und es gibt sogar einen kleinen Park doch das einzige Guesthouse sieht teuer aus und hat einen Haufen Rot-Kreuz Land Cruiser vor der Tuer stehen, ist also wahrscheinlich auch teuer. Wir fahren weiter.
Auf halben Weg nach Battambang macht sich langsam die Erschoepfung bemerkbar und auch unsere Ruecken fuehlen sich nicht so besonders an. Dirt Bikes sind nicht auf Komfort gebaut und das beginnt man auch irgendwan zu merken. Nachdem wir in Battambang angekommen sind, checken wir ins Monorom Guesthouse. Der Laden ist ziemlich runtergkommen aber was solls, die Betten sind OK, es gibt eine westliche Toilette (im Gegensatz zur Squat Toilet) und die Dusche ist sauber.
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