Wahrscheinlich das letzte schöne Wochenende im Oktober und es spukte uns schon länger im Kopf herum. Tobias und ich sind das letzte Mal vor bestimmt zehn Jahre zusammen länger mit dem Rad unterwegs gewesen. Damals sind wir von Karlsruhe nach Freiburg geradelt, navigierten mit einem Autoatlas und ernährten uns - einmal angekommen - ausschließlich in der Feierling Brauerei.

Nun sollte es mal wieder so weit sein. Wir hatten uns den fünf Flüsse Radweg ausgesucht. Erstens liegt er - wenn man in Nürnberg startet - ziemlich im geographischen Mittelpunkt zwischen unseren jeweiligen Domizilen und zweitens ließ sich der Track mühelos im Netz finden. Keine Zeit für große Vorbereitungen. Ich schaffe es wenigstens noch endlich mal einen Gepäckträger ans Vaya zu schrauben, vergesse dafür aber das Kartenmaterial aufs GPS zu spielen, zumindest der Track kommt mit. Tobias tritt mit Achter im Vorderrad und nur einer Bremse an auf seinem Stadtradl an, da sich sein Rennrad mit Rahmenbruch verabschiedet hat.

Natürlich streiken am Samstag die Zugführer, also disponieren wir kurzfristig um, fahren Auto und treffen uns in Lauf am Bahnhof. Schade das Lauf scheinbar x verschiedene Bahnhöfe hat. Nach etwas hin und her finden wir uns auf dem Markplatz und machen uns auf den Weg.

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Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei.

Jeder Karnevalist weiß es. Eigentlich und irgendwie ist unsere Reise in Peking zu Ende.

Moskau nach Peking, das ist die - oder zumindest eine von zwei Strecken - der Transsibirischen Eisenbahn. Moskau nach Peking: wir waren dabei.

Doch dieses Mal hat nicht nur die Wurst zwei Enden, sondern auch unsere Reise. Peking, das ist Ende Nummer Eins. Das Abenteuer Transsibirische Eisenbahn, wir sind fertig.

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"Was soll denn DER Mist?" Es ist morgens, kurz vor Neun Uhr - sowieso nicht meine Lieblingstageszeit - und ich stehe an einer Straßenecke Ulan Bators und warte auf ein Auto. Neben mir friert Andi und ein paar Meter entfernt telefoniert Nyam. Wir haben ihn einen Tag vorher in einem etwas chaotischen Treffen kennengelernt, das sich eigentlich um unseren Trip aufs Land drehen sollte. Letztlich ging es mehr um diverse Fotokameras.

Nyam ist nach zehn Jahren in Deutschland, wahrscheinlich der Mongole mit dem besten Deutsch im ganzen Land und wird für uns zwei Tage lang den Guide spielen, während wir in einem Ger-Camp im mongolischen Nationalpark Terelj residieren und die Gegend erwandern wollen.

Es ist also kurz vor Neun, kalt und fängt gerade an zu schneien. Kein guter Start, denke ich mir.