Heizgriffe an die KTM 690 Enduro
buebo | Juni 23, 2009 15:20Ich höre die Puristen schon stöhnen: “Wie kann man nur? Hat doch mit Sport nix zu tun! Schweinerei! Brecht ihm die Beine!”
Was soll ich zu meiner Rechtfertigung sagen? Wenn ich die Wahl habe zwischen kalten Fingern und warmen Fingern, dann habe ich nun mal lieber warme, ganz egal ob das eher mit Sport oder mit Gemütlichkeit zu tun hat. Außerdem kann ich dann bei schlechterem Wetter dünnere Handschuhe tragen, habe ein besseres Griffgefühl und nicht so schnell klamme, kalte und steife Finger. Aktive Sicherheit also und darüber hinaus ist es halt einfach irgendwie geil oder so und schneller macht es bestimmt auch.
Noch ein Wort der Warnung vorneweg, dies ist kein Howto, keine Anleitung und auch kein Vorschlag zum selber machen. Das alles überlasse ich Leuten, die von der Materie auch was verstehen.
Dieser Artikel beschreibt wie ich die Heizgriffe angebaut habe. Andere Motorräder fliegen wahrscheinlich in die Luft, werden von Ausserirdischen oder Osteuropäern gestohlen oder husten die Lichtmaschine durch den Endtopf heraus.
Benutzt habe ich die stufenlose Regelung von Siekla und die Daytona Heizgriffe von Louis, dazu braucht man noch diverse Kabelbinder, Quetschverbinder mit Zange (gibt es im Set bei den üblichen drei Verdächtigen oder im Elektronik-Handel) und etwa 2 Meter Boxenkabel (oder irgendwas anderes, das ausreichend Strom leitet).
Die Regelung von Siekla besteht im wesentlichen aus einem Kästchen mit Drehknöpfchen, Schalter und Leuchte einerseits, und einem kleinen, grauen Kasten mit Elektronik andererseits. Beides will irgendwo, halbwegs unauffällig und möglichst nicht störend untergebracht werden.
Ich habe das Schalterkästchen links neben das Zündschloss und die Regeleinheit unter der linken Seitenverkleidung an die Airbox geklebt (Bild s.u.):
Das Schalterkästchen ist befestigt mit dem Klebestreifen auf der Rückseite. Für die Befestigung der grauen Regeleinheit habe ich selbstklebendes Klettband benutzt. So lässt es sich trennen, falls die Airbox mal raus müsste.
Als nächstes kam der Stromanschluss dran. Von der grauen Regeleinheit gehen insgesamt sechs Kabel ab. Zwei mal Masse für die Griffe (schon mit Rundsteckern versehen), zwei mal Plus für die Griffe (ebenfalls mit Rundsteckern versehen) und einmal Masse und Plus zum Anschluss an das Bordnetz. Die Kabel zum Anschluss ans Bordnetz sind lang genug um sie bequem direkt an die Batterie zu setzen. Um die Funktion zu testen passt das auch, für den Alltagsbetrieb aber nicht unbedingt. Früher oder später vergisst man die Griffe aus zu schalten und schon hat man sich die Batterie leer genuckelt. Davon abgesehen hat man die Griffe so auch nicht abgesichert…
Netterweise sitzen hinter der Lampenmaske zwei vorbereitete Anschlüsse, beschriftet als ACC1 und ACC2. ACC2 wird über die Zündung an und aus geschaltet und ist damit genau der richtige für meine Zwecke. Leider sind die Kabel aber zu kurz um sie direkt nach vorne zu legen, also habe ich kurzerhand dickes Boxenkabel (dürfte 2,5mm² sein) mit Quetschverbindern angehängt, vorne noch ein passenden Flachstecker aufgequetscht und schon hat die Regeleinheit Saft. Mit den Kabeln für die Griffe bin ich analog vorgegangen. Nur sind hier die Enden schon mit Rundsteckern versehen, so das ich auch passende Rundstecker benutzt habe, dieses mal allerdings an etwas dünneren, schwarzen Kabeln.
Wie auf dem folgenden Bild zu sehen, habe ich die Kabel auf der rechten Seite hinter die Lampenmaske geführt. Dies hat schlicht den Grund das dort schon Kabel liegen
Anschließend ging es an die Griffe selbst. Zunächst mal mussten die Alten runter. Angefangen habe ich links. Da das Ding verklebt war ist mir nichts weiter übrig geblieben als den Griff kurzerhand zu zerschneiden und die traurigen Reste mittels eines stumpfen Messers so halbwegs vom Lenker zu kratzen.
Mit etwas Bremsenreiniger ließ sich der neue dann einfach drüber schieben. Sofort fällt auf das der Heizgriff länger ist als der alte, normale Griff. Bei Louis bekommt man anscheinend mehr fürs Geld, ob man es nun gebrauchen kann oder nicht. Macht man den Griff an, merkt man allerdings das die Wärme nicht überall erzeugt wird, das Ende bleibt kalt.
Wiso es dann überhaupt dran ist weiß ich nicht und da ich sowieso gerade in Schneidelaune war, habe ich mir den Griff einfach passend zugeschnitten.
Wenn man genau hinschaut sieht er nun allerdings etwas ramponiert aus. Mit einem scharfen Messer und etwas Geduld (beides lag mir nicht vor) wäre das wahrscheinlich auch noch besser geworden. Er heizt aber noch und mich stört es nicht.
Als nächstes kam dann der Gasgriff dran. Nachdem Aufschneiden ist mir dann auch aufgefallen das hier offensichtlich nicht geklebt wurde und etwas Bremsenreiniger wohl zum Abziehen gereicht hätte. Naja, die Dinger werden sowieso nur als Paar verkauft…
Die Stelle habe ich mir eigentlich etwas kitzelig vorgestellt, da einerseits das Kabel genug Spiel haben muss damit sich der Griff problemlos drehen kann, auf der anderen Seite aber auch nicht zu weit raus stehen darf, damit sich kein Gestrüpp verfängt und es durch reißt. Eigentlich passt es aber direkt sehr gut:
Nachdem alle Kabel nochmal leicht gekürzt und befestigt wurden, bin ich auf Probefahrt gegangen. Funktioniert gut, nur kann nicht endlich mal schlechtes Wetter kommen?
Tags: Heizgriffe,KTM 690 Enduro,Motorrad,Schrauben
Kategorien: Motorrad und Drumherum
2 Kommentare »


















2 Antworten zu “Heizgriffe an die KTM 690 Enduro”
Der Link auf die Heizgriffe funktioniert nicht. Hier der richtige:
http://www.louis.de/index.php?topic=artnr_gr&artnr_gr=10032048
Danke, ich habe es so eben geändert.
Vielleicht noch als Nachtrag: So wie ich die Regeleinheit positioniert habe, reibt sich die Gummihülle des Schalters am KTM-Tankrucksack auf. Sie etwas weiter Richtung Lenker zu positionieren sollte helfen.
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