Viel zu lange ist es mal wieder her seit dem letzten Blog-Artikel, dabei mangelt es eigentlich nicht an berichtenswerten Dingen, dafür an der einen gr0ßen Explosion. Ich schreibe gerne über neues, tolles noch-nie-dagewesenes, doch genau das lässt auf sich warten. Statt dessen sind es die vielen kleinen Sachen, die man irgendwie dann auch mal erwähnen könnte, wenn man sowieso mal etwas schreibt.

Doch was macht man, wenn die große Sensation auf sich warten lässt und statt dessen nur Kleinkram passiert, der zwar irgendwie auch ganz interessant ist aber kaum einen eigenen Artikel rechtfertigt?

Bisher war es damit ähnlich wie mit einem halb verstopften Abfluss. Man macht die Dusche an und es sammelt sich Wasser, irgendwann ist der Rand der Wanne erreicht und es läuft über. Sensation! Hossa!

Dreht man den Hahn vorher wieder zu, läuft es langsam ab ohne das es zu nennenswerten Auswirkungen kommt, außer vielleicht einem Kalkrand, aber wer interessiert sich schon für Kalkränder in der Wanne? Höchstens Andi, aber die bloggt ja noch seltener als ich…

Das alles soll sich nun ändern. Statt mich in aller Länge mit überlaufenden Wannen zu beschäftigen, will ich nun auch mal über die kleinen Dinge des Lebens schreiben. Dieser Artikel ist der erste über die kleinen Dinge und gleichzeitig auch ein kurzer Ausblick über das, was noch kommt.

Wie geht es denn eigentlich dem geplanten Reisemotorrad, meiner Yamaha TTR?

Die kurze Antwort: Heiter bis Wolkig

Die lange Antwort ist etwas umfangreicher. Der Vorbesitzer hat aus ihr eine richtig schöne Super-Moto gemacht, was nicht unbedingt meinen Wünschen widerspricht. Als Supermoto bezeichnet man ein zum Hooligan umgebautes Geländemotorrad, optimiert darauf im auf engen Strecken möglichst viel Unheilspotential zu entwickeln. Kleine Räder für hohe Beweglichkeit, geringes Gewicht für schnelles Handling, genug Leistung um an der Ampel jede tiefergelegte Kasperbude stehen zu lassen, aufrechte Sitzpostion, von der aus sich bequem in Cabrios spucken lässt und mehr Attitude als ein Bus voller Englischer Fußball Hooligans auf dem Weg zum Auswärtsspiel.

Mit anderen Worten perfekt um im Frankfurter Sommer viel Spaß zu haben, aber leider nicht unbedingt perfekt um quer durch Osteuropa zu zuckeln, schon allein weil man (bedingt durch den kleinen Tank) alle 100km die nächste Tankstelle ansteuern muss.

Meine Idee war es also zusätzlich zum schönen Stadt-Aufzug noch ein Reisekleid zu beschaffen bei dem mir nicht die Tränen kommen, sobald die ersten Kratzer, Beulen und Sprünge auftauchen.

Die erste Amtshandlung war also direkt mal das große Heckplastik-Teil-Dingsbums von Yamaha zu bestellen. Mit ca. 40€ ist das auch noch halbwegs normal im Preis. Auf dem Wintertreffen vom TTR-Forum (dazu später mehr) wird eine TT geschlachtet, von der hoffe ich noch weitere Teile ergattern zu können.

Danach kam dann der Ölkühler. Praktische Sache und der Anbau ist auch ziemlich einfach, zumindest wenn man es anders macht als ich und vorher überlegt wie man die Ölleitungen verlegen will anstatt sie in tausend Stücke zu zerschneiden, die sich dann als alle zu kurz heraus stellen.

Besagter Öltank hat dann erstmal seine Zeit damit verbracht durch seine bloße Existenz mein Herzen zu erfreuen. Das Motorrad ist ja immer noch abgemeldet und so gab es auch keinen Grund es überhaupt mal anzuschmeißen… Bis irgendwann letzte Woche, da wollte ich es dann doch mal wissen und kickte mal herzhaft ohne die Karre jedoch zum Leben zu erwecken.

Dafür war nach dem Kicken ein Handtellergroßer Ölfleck unter dem Bike zu finden. Ein paar weitere Versuche zeigten das es bei jedem Tritt auf den Starter aus zwei Schrauben des Ölkühlers siffte. Nach etwas Hin-und-Her-Gemaile mit dem Verkäufer habe ich nun beschlossen selbst zu versuchen das Ding abzudichten, mal schauen was daraus wird.

Was im Puzzle auch noch fehlt ist ein großer  Tank für die ausgedehnte Tour. Es gibt einen von Acerbis, der aber gleich mit fast 400€ zu Buche schlägt, was ich recht heftig finde und gebraucht kaufen heißt zwar oft mit Geduld kaufen, aber genau die geht mir langsam aus.

Im März steht dann auch der TÜV an, vor dem mir etwas die Knie schlottern. Immerhin sieht die Maschine nicht mehr wirklich nach Serie aus und ich habe auch keine Ahnung ob die Kopie einer Kopie einer Kopie von irgendeinem Gutachten für irgendwelche SuperMoto Räder wirklich reicht um besagte Räder auch eintragen zu lassen…

Und nun zu etwas völlig anderen:

Ich mag den Begriff “Biker” nicht. “Biker” lebt nur ein paar Strassen vom Viertel der Beleidigungen entfernt, wo sich Arschloch und Idiot Gute Nacht sagen.

Ein Biker ist jemand, der sich am Wochenende in seine frisch gefette Fransenjacke wirft, unter größtmöglicher Vermeidung aller Schräglagen auf seinem frisch gewienerten Schocko-Chopper zum Motorrad-Gottesdienst zuckelt, sich von einem bärtigen Landpfaffen die Vollkasko-Mühle segnen lässt und den Rest des Sommers damit verbringt zum Kaffee in der Applauskurve zu fahren, sich mit anderen Bikern zu treffen und bei Sahnetorte und Alkoholfreiem Hefeweizen verbale Großtaten zu kommunizieren oder mit anderen Worten Benzin zu reden.

Zentraler Bestandteil der Biker-Szene scheint das Treffen zu sein und ich hoffe nun das der ganze obere Absatz nur aus Vorurteilen besteht, denn für 2009 habe ich mich gleich für drei Treffen angemeldet.

In zwei Wochen beginnt der Auftakt mit dem Wintertreffen des TTR Forums. Im Sommer kommen dann noch das Treffen des Triumph-Forums und das Motorrad-Reise Treffen. Ich werde zeitnah aus der Höhle des Löwen berichten…

Bisher sieht der Plan zumindest so aus:

  • 13. – 15.02. — WinTTer-Treffen des TTR-Forums
  • 03. – 05.07. — 10 Jahre T5net
  • 04. – 06.09. — Motorrad-Reise Treffen

Abgesehen davon stehen auch noch ein paar Dinge an, die in näherer Zeit auch noch erledigt und gebloggt werden wollen, ich war nämlich Shoppen wie ein kleines Mädchen mit Papas Kreditkarte — nur leider ohne Papas Kreditkarte…

Unter anderem gab es zwei paar Heizgriffe mit stufenlosen Reglern, die noch an jeweils der Speed Triple und der TTR verbaut werden wollen. Bei letzterer stellt sich allerdings noch die Frage ob die Lichtmaschine überhaupt genug Saft hat für die Dinger. Es wäre bestimmt interessant nur warme Finger zu haben, solange man ordentlich Gas gibt…

Darüber hinaus gab es auch ein Zelt (hatte ich bisher nicht), das direkt beim Wintertreffen ausprobiert wird und ein paar neue Reifen für die TTR. Nicht das ich schon wüsste wie man die Räder wechselt, aber irgendwann muss man es ja mal probieren.

Zu guter Letzt: Ich bin nun auch bei Facebook zu finden, wo (hoffentlich) dieser Artikel auch direkt auftauchen sollte…

So far…

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Eine Antwort zu “Der Stand der Dinge: Projekt Balkan und der ganze Rest”

Philip schrieb einen Kommentar aktiv Februar 7, 2009

Motorisierter Freigeist anstatt Biker?

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